Border-Collie-Mischling hatte dreimal zugebissen / Amtsgericht: 3000 Euro Geldstrafe

Strafe für Armsener Hundehalterin

Verden - Eine Hundehalterin aus Armsen, Gemeinde Kirchlinteln, muss 3000 Euro Geldstrafe zahlen, weil ihr Hund wiederholt zugebissen hat (die VAZ hatte im September berichtet). Am Donnerstag wurden drei Körperverletzungen am Amtsgericht Verden verhandelt. Sollte der Hund erneut zubeißen, müsse die Frau mit einer Freiheitsstrafe und einem Hundehaltungsverbot rechnen, hieß es in der Urteilsbegründung.

„Ein Hund kann ein treuer Begleiter sein, aber auch großen Schaden anrichten“, gab Richter Jörg Barré zu bedenken. Für den Armsener Border-Collie-Mischling scheint beides zuzutreffen. Ob beim Einkaufen oder in der Hundeschule, er mache keine Probleme und jeder könne ihn anfassen, versicherte die 68-Jährige. „Er will nur seine Weide verteidigen.“

Oberamtsanwältin Gabriele Brok reagierte mit Kopfschütteln. Gerade hatte sie der Rentnerin im Plädoyer erklärt, dass es ihre Pflicht sei, Hunde so zu halten, dass sie niemanden beißen können. Die Erklärungsversuche, dass sich der Hund aus seinem Halsband befreit habe und ein anderes Mal in dem Moment entschwunden sei, als sie ihm den Maulkorb abgenommen hatte, hielt sie für unglaubwürdig: „Das hätte man doch den Geschädigten sofort erklärt.“

Von den drei verhandelten Fällen hatte sich der erste im Juli 2009 zugetragen. Ein heute zwölf Jahre alter Junge war mit dem Rad an dem Grundstück vorbeigefahren, als die fünf Hunde der Frau auf ihn zuliefen. Er habe nach dem Hund getreten, behauptete die Rentnerin. Der Junge widersprach: „Ich mag Hunde sehr, ich würde nicht nach ihnen treten.“ Mit dem Bein habe er den schwarz-weißen Vierbeiner nur auf Abstand halten wollen, dennoch habe der zugebissen.

Blutiger endete die Beißattacke gegen einen joggenden Arzt. Er habe nach der Besitzerin gerufen. „Aber die reagierte nicht. Dann biss der Hund wieder zu“, gab der Mediziner an. Er habe einen Impfnachweis für den Hund gefordert, aber nie erhalten.

Am schwersten hatte es eine Hausfrau aus Hohenaverbergen getroffen. Bei einer Fahrradtour im August seien die Hunde auf sie zugeschossen gekommen. „Ich sprang vom Rad, da hing mir der erste schon am Bein.“ Wenigstens habe die Besitzerin sie in die Klinik gefahren.

Verteidiger Jörk Matthäi gab im Plädoyer zu bedenken, dass seine Mandantin mit dem Tier eine Hundeschule besuche und dass ein Wesenstest anstehe. Trotzdem folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft und verhängte eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen á 20 Euro. „Es ist nicht hinzunehmen, dass sich Menschen beim Passieren des Grundstücks der Gefahr aussetzen, gebissen zu werden“, begründete der Richter. Dadurch, dass das Gericht auf ein fahrlässiges Handeln der Frau erkannte, dürfte jetzt die Hundehaftpflichtversicherung für Schmerzensgeldforderungen aufkommen.

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