Kinder lernen in Kurs des Roten Kreuzes Selbstbehauptung / Körpersprache wichtig

„Stopp! Ich wehre mich“ Täter nicht zum Opfer fallen

+
Gibt klare Anweisungen: Kursleiter Frank Henning.

Achim - Ein fremder Mann fragt einen Schüler nach dem Unterrichtsschluss am Mittag nach einem Café in der Nähe und ob er ihm nicht den Weg zeigen könne. Der am vorigen Dienstag an der Astrid-Lindgren-Schule angesprochene Drittklässler antwortet mit einem klaren „Nein“, der Unbekannte verschwindet; die Polizei ermittelt. Doch nicht jedes Kind reagiert in derartigen Situationen couragiert wie dieser Junge. Das Deutsche Rote Kreuz in Achim bietet deshalb den Kurs „Stopp! Ich wehre mich“ an.

21 Mädchen und Jungen treffen sich dazu an sieben Sonnabenden für jeweils 75 Minuten im DRK-Heim an der Langenstraße. Kursleiter Frank Henning will den Kursteilnehmern im Grundschul- und Teenageralter vor allem eines vermitteln: Selbstbehauptung.

„Ob jemand Opfer wird oder nicht, hängt ganz entscheidend davon ab, wie man auftritt“, schärft der Pädagoge aus dem Landkreis Nienburg den aufmerksam zuhörenden Kindern ein. „Es ist ein Unterschied, ob ich mit hängenden Schultern und gesenktem Blick unterwegs bin“, erklärt Henning während er entsprechend gebeugt durch den Raum schlurft, „oder ob ich aufrecht gehe“.

Wenn sich jemand einem auf unangenehme Art nähere, sollte man dieser Person zunächst mal fest in die Augen schauen. Sollte das als Abschreckung nicht ausreichen, riet der Fachmann, das Gegenüber anzuschreien: „Lass mich in Ruhe!“

Das genüge in der Regel, um den Angreifer zu vertreiben. „Werdet ihr dennoch körperlich attackiert, habt ihr das Recht, in Notwehr auf angemessene Weise zurückzuschlagen.“ Dafür übte Frank Henning mit seinen Schützlingen einfache Griffe der Selbstverteidigung ein und erklärte: „Wenn euch jemand ohrfeigt, dürft ihr auf den natürlich nicht mit der Schaufel losgehen.“

Von Vorteil sei es, eine bedrohliche Situation frühzeitig zu erkennen, um darauf passend reagieren zu können. „Werdet ihr aus einem Auto heraus von einer euch nicht vertrauten Person angesprochen, lauft ihr am besten in der entgegengesetzten Fahrtrichtung des Wagens davon“, nannte der Kursleiter ein Beispiel. Um Zeugen aufmerksam zu machen, könnte auch ein lauter Ruf hilfreich sein: „Lassen Sie mich in Ruhe!“ In diesem Fall sei das „Sie“ wichtig, denn damit signalisiere das Kind, dass es sich von einem Fremden bedroht fühle.

Beim ersten und letzten Termin des Kurses sind auch die Eltern mit dabei. Denn diese sollten bei dem Thema „mitziehen“ und mit ihrem Nachwuchs zur Sicherheit klare Regeln vereinbaren, etwa, bei wem das Kind ins Auto steigen dürfe. „Allerdings liegt die Wahrscheinlichkeit, dass man den Täter schon vorher gekannt hat, bei rund 80 Prozent“, gibt Henning mit Blick auf Polizeistatistiken den Müttern und Vätern zu bedenken.

Wer sich nicht allein, sondern mindestens zu Zweit auf den Weg mache, sei aber vor einem Angriff besser geschützt. Frank Henning ermuntert die Kinder auch dazu, mit ihren Eltern über vorhandene Ängste zu sprechen.

Womöglich fürchtet sich der eine oder die andere eher vor Hunden. Zu einer der nächsten Kursstunden will der Erlebnissport-Pädagoge seinen Border-Collie mitbringen. Denn auch der richtige Umgang mit den Vierbeinern will geübt sein. „Ich rate dazu, unbekannte Hunde nicht einfach anzufassen, sondern den Besitzer immer vorher zu fragen.“ Vertrauensfördernd sei auch, mit dem Tier zu sprechen. Frank Henning weiß aus Erfahrung: „Das Training mit dem Border-Collie macht den Kindern besonderen Spaß.“ · mm

Das könnte Sie auch interessieren

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf

Nikolausmarkt in Bücken

Nikolausmarkt in Bücken

Weihnachtsmarkt am Sudweyher Bahnhof

Weihnachtsmarkt am Sudweyher Bahnhof

Weihnachten auf Rittergut Falkenhardt

Weihnachten auf Rittergut Falkenhardt

Meistgelesene Artikel

Maritime Musik zum Advent mit dem Shanty-Chor Verden in der St. Johanniskirche

Maritime Musik zum Advent mit dem Shanty-Chor Verden in der St. Johanniskirche

Verdener Klärwerk: „Nervensystem getroffen“

Verdener Klärwerk: „Nervensystem getroffen“

Neues Supermarktgebäude in Kirchlinteln gleicht einer „Tropfsteinhöhle“

Neues Supermarktgebäude in Kirchlinteln gleicht einer „Tropfsteinhöhle“

Heino Meyer – mit viel Gefühl

Heino Meyer – mit viel Gefühl

Kommentare