Bilanz des Finanzamtes / Werbung für Elster / Rund 170 Beschäftigte / 29 000 Steuererklärungen

Steueraufkommen kaum gesunken

Sebastian Rehmstedt (links) und Christof Steil vor dem neuen Hochleistungs-Scanner.

Verden - (koy) · Elster macht es einfacher: Viele Arbeitnehmer möchten so schnell wie möglich die erhoffte Steuererstattung erhalten. Und da kommt die Software der Finanzverwaltung ins Spiel. Wer seine Steuererklärung mit Elster macht, dessen Daten werden vorgezogen. Ohne Frage ein Anreiz.

Amtsvorsteher Christof Steil und der Elster-Ansprechpartner Sebastian Rehmstedt gaben gestern vor der Presse Ein- und Ausblicke auf die Behörde an der Bremer Straße, die nach der Sanierung in den Jahren 2006 und 2007 gut untergebracht ist. Letztlich ist aber auch beachtlich, dass nach dem Rekordjahr 2008 (445 Millionen Euro) das Steueraufkommen im Jahre 2009 mit 442 Millionen Euro nahezu gleich geblieben ist.

Mittlerweile macht jeder fünfte Steuerpflichtige die Erklärung auf dem elektronischen Wege. Das aktuelle Programm könne laut Rehmstedt unter http://www.elsterformular.de heruntergeladen werden, wer lieber eine CD in den Händen hält, muss sich bis zur ersten Februarwoche gedulden. Dann gibt es sie beim Finanzamt.

Übrigens: Wer als Ehegatten die Steuerklassen vier und vier auf den Lohnsteuerkarten hat eintragen lassen, braucht im Prinzip überhaupt keine Steuererklärung abgeben. Laut Steil gilt die grundsätzliche Pflicht zur Abgabe nur bei der Kombination drei und fünf.

Im Herbst 2009 wurde übrigens ein Hochleistungs-Scanner eingeführt, mit dem seitdem alle 29 000 Steuererklärungen der Arbeitnehmer elektronisch erfasst werden. Der Personalbestand des Amtes ist im Jahre 2009 unter 170 Beschäftigte gesunken, weshalb nicht mehr jeder Arbeitsplatz besetzt werden kann.

Wie der Amtsvorsteher weiter ausführte, könne dies durch die erhöhte Zahl an Auszubildenden (2010: acht, und 2011: voraussichtlich bis zu 14) erst in drei bis vier Jahren wieder ausgeglichen werden. Die derzeitige Bearbeitungsdauer von durchschnittlich fünf Wochen werde nicht in jedem Fall gehalten werden können, sagte Steil.

Ab März diesen Jahres wird zusätzlich die Rentenbezugsmitteilungen zu bearbeiten sein. Das Finanzamt Verden rechne 2010 mit 600 Fällen und insgesamt in den Folgejahren mit über 4000 zusätzlichen Fällen. Steil: „Ich rechne mit Widerstand bei den Betroffenen.“

Überdies sei die Zahl der Rechtsbehelfe kontinuierlich gewachsen. Derzeit gebe es im gewerblichen Bereich rund 1000 Widersprüche, bei den Selbstständigen rund 4000 und bei den Arbeitnehmern rund 6000. Auch das führe zu einer Mehrbelastung und sei ein Ausfluss der Steuerkompliziertheit.

Bleibt die Prognose für dieses Jahr. Steil rechnet mit einer vermehrten Zahl an Anträgen auf Minderung der Vorauszahlung im Bereich der Ertragssteuern. Das sei ein Gradmesser für die Wirtschaftslage und die finanzielle Situation im Einzelfall. Im Vergleich zu 2008 sei die Umsatzsteuer 2009 um 15 Prozent auf 106 Millionen gestiegen. Selbst bei der Kirchensteuer gab es ein Plus.

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