„Tour de Frac“ macht in Scharnhorst und Schülingen Station

Sternfahrt soll Initiativen noch besser vernetzen

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Die US-amerikanische Dokumentarfilmerin Kirsi Jansa interessiert sich für Probleme der Erdgasförderung in Norddeutschland.

Völkersen - Im Rahmen ihrer „Tour de Frac“ machte das Aktionsbündnis „No Moor Fracking“ aus dem Landkreis Diepholz diese Woche Station in Scharnhorst und Völkersen. Aber nicht nur vier „Fracktivisten“, sondern auch eine aus Amerika angereiste Journalistin informierten sich vor Ort über die dort durch den Austritt von benzolhaltigen Lagerstättenwasser entstandenen Schäden und das Verpressen in einem Wasserschutzgebiet.

Das Wagenfelder Aktionsbündnis will das geplante Fracken in den Diepholzer Moorniederungen verhindern. „Wir sind dort im Naturpark Dümmer“, erklärte Wibke Langhorst. Es handelt sich um Feucht- und Naturschutzgebiete von besonderer Bedeutung. Die durch das Fracken entstehenden Risiken für Natur, Trinkwasser und das in diesem Gebiet vorhandene natürliche Mineralwasser seien nicht abschätzbar.

Von seiner Sternfahrt erhofft sich das Bündnis eine noch bessere Vernetzung der verschiedenen Bürgerinitiativen, die es in Niedersachsen gibt. „Wir sind dadurch hoffentlich noch stärker“, so Langhorst. Über die Schadensfälle, den aktuellen Sachstand und das Verpressen von benzolhaltigen Lagerstättenwasser in dem Wasserschutzgebiet Panzenberg in Scharnhorst informierten Carsten Hauschild und Rainer Böttger von der Bürgerinitiative „No Fracking“ aus Völkersen die vierköpfige Diepholzer Gruppe.

Mit Interesse verfolgte auch die Dokumentarfilmerin Kirsi Jansa die Ausführungen. Sie ist extra aus Pittsburgh angereist um über die Probleme bei der Erdgasförderung in Norddeutschland zu berichteten. In einer mehrteiligen Serie von rund 15-minütigen Dokumentarfilmen namens „Gas Rush Stories“ hat sie sich dem Thema bislang ausschließlich in Amerika gewidmet. Nun macht sie sich ein Bild von den Geschehnissen in Deutschland, der Arbeit von Bürgerinitiativen und will in Berlin mit verschiedenen Politikern sprechen.

Nachdem sich die Gäste zunächst an der Verpressstation in Scharnhorst getroffen hatten, ging es weiter zum Betriebsgelände der RWE Dea AG in Schülingen, wo das Unternehmen mit Sanierungsarbeiten begonnen hat. Oberflächennahes Grundwasser soll dort mit einem „Air-Sparing-Verfahren“ gereinigt werden.

Auf ihrer „Tour de Frac“ machte das Wagenfelder Bündnis bereits Station in Freistatt und Lünne, beteiligte sich an einer Demonstration in Osnabrück und will unter anderem noch Bad Laer und Leese besuchen. Den Abschluss bildet eine Fahrt am 20. Juni in die Landeshauptstadt. · wb

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