Daniel Schröder hielt Extrem-Tour durch

Staub, Steine, Schlamm und Mörderhitze

Kreiszeitung Syke

Thedinghausen - (sp) · „Es war noch härter und brutaler als im Vorjahr.“ Daniel Schröder, 20-Jähriger Thedinghauser, hat ein wenig Ehrfurcht in der Stimme, wenn er von seiner diesjährigen Teilnahme an der „Roof of Africa“, einem der härtesten Motorradrennen der Welt, berichtet.

Das Enduro-Querfeldeinrennen dauert nur drei Tage – doch die haben es in sich. Denn die Strecke führt durch die raue Wildnis des kleinen afrikanischen Königreiches Lesotho.

Mörderische Hitze oder auch Kälte auf bis zu 2800 Metern Höhe, grobes Geröll, Schlamm, Staub, tiefe Wasserläufe, steile Bergpfade und ebenso steile Abfahrten – das waren wieder einmal die Zutaten für die rund 250 Teilnehmer aus aller Welt.

nNächstes Ziel:

nParis-Dakar

Die „Roof“ ist eine echte Tortur. Nur wenige erreichen das Ziel. Gerade einmal 23 Motorradfahrer schafften es diesmal – obwohl sich viele von ihnen für die leichtere Streckenführung entschieden hatten. Daniel Schröder kam in dem erlesenen Feld auf einem sehr guten 16. Platz ins Ziel – obwohl er die schwerere Strecke bewältigen musste. Ausschließlich Profifahrer konnten sich vor dem jungen Thedinghauser platzieren. Daniel Schröder: „Die Veranstalter haben sich am Ende sogar bei den Fahrern entschuldigt, weil die Strecke in diesem Jahr so ausgesprochen schwer war.

Kein Wunder, dass Daniel Schröder fast während des ganzen Rennens am Rande der Erschöpfung stand. In speziellen Rucksäcken hatte er stets Wasser dabei, denn Trinken ist bei der Hitze lebenswichtig. Die Hauptnahrung auf dem Krad waren spezielle Power-Riegel. „Schmecken nicht, bringen aber die nötige Kraft.“

Zum Glück blieb der tatendurstige junge Mann in diesem Jahr von schweren Stürzen verschont. „Ein paar Mal bin ich schon abgestiegen, aber es gab jeweils nur leichte Blessuren.“ Die körperliche Dauerbelastung forderte dennoch ihren Tribut. „Meine Hände und Handgelenke schmerzten nach einem ganzen Tag auf dem Motorrad – ganz davon abgesehen, dass ich abends jeweils komplett fertig war.“ Nicht alle Teilnehmer konnten sich übrigens abends im Bett ausruhen – viele mussten auch in freier Natur in den Bergen übernachten, weil sie die Etappe nicht geschafft hatten.

Doch nicht nur der Mensch war gefordert. Auch die Maschine, ein KTM Zweitakt-Crossmotorrad mit 250cm wurde nicht geschont. Abends musste kräftig geschraubt und repariert werden. „Zum Glück war mein Vater Jürgen während des Rennens dabei. Der hat den Service am Bike übernommen.“ Zudem muss der 20-Jährige zugeben. „Außerdem war Papa auch eine tolle moralische Unterstützung.“

Die war mitunter auch nötig. „Am Haupttag habe ich 13 Stunden am Stück, nur mit einer Viertelsstunde Pause, auf dem Bock gesessen“, erinnert sich Daniel Schröder. „Die Geröllfelder, gerade an Steigungen, haben extrem geschlaucht. Auch das Durchfahren von reißenden Flüssen ist kein Vergnügen. Wenn die Kiste im Wasser umfällt, kann das Rennen vorbei sein.“

Allen Strapazen zum Trotz meint Daniel Schröder: „Es hat sich gelohnt, hat Riesenspaß gemacht und ist auf jeden Fall eine Lebenserfahrung – ganz davon abgesehen, dass Lesotho landschaftlich super ist und ich dort auch eine Menge netter Leute kennengelernt habe.

Mit den Abenteuern in der großen weiten Welt ist es vorerst vorbei. Junior Schröder jobbt in Vaters Betrieb bis zum Beginn seines Wirtschafts-Studium. Das hindert ihn jedoch nicht daran, schon neue Pläne zu schmieden. „Ich versuche, nächstes Jahr bei der Rallye Paris-Dakar in Argentinien und Chile dabei zu sein – als Mechaniker und Beifahrer auf einem Lkw.“

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