Staatsanwaltschaft: Tat war mit Spielothek-Mitarbeiterin abgesprochen

Überfall vorgetäuscht?

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Mit massivem Polizeieinsatz war der Angeklagte auf dem Hafengelände aufgespürt worden.

Verden - Ein bewaffneter Raubüberfall auf eine Spielothek an der Großen Straße in Verden sorgte im November für einen großen Polizeieinsatz. Nur kurze Zeit nach der Tat konnten Beamte den mutmaßlichen Täter auf dem Hafengelände des Wasser- und Schifffahrtsamtes festnehmen. Mittlerweile wurde Anklage erhoben, allerdings nicht wegen Raubes, sondern wegen Unterschlagung. Der 32 Jahre alte Angeklagte aus Bremen soll mit der „überfallenen“ Spielhallenmitarbeiterin gemeinsame Sache gemacht haben.

Die 21-Jährige aus Dörverden wird sich ebenfalls vor dem Jugendrichter des Amtsgerichts Verden verantworten müssen, erklärte Lutz Gaebel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden, auf Nachfrage. Sie soll im Vorfeld mit dem 32-Jährigen vereinbart haben, den Überfall vorzutäuschen. Vorgeworfen wird ihnen zudem Nötigung, denn der maskierte 32-Jährige soll eine Softairpistole gegen einen Kunden der Spielothek gerichtet haben, der in das Geschehen habe eingreifen wollen, so Gaebel. Rund 2000 Euro hatte der Täter bei der Tat erbeutet.

Der Angeklagte war danach in Richtung Allerufer geflüchtet. Während ein Polizeihubschrauber aus der Luft nach dem Täter suchte, hatte eine Bewohnerin eines Mehrfamilienhauses jemanden beobachtet, der sich auffällig verhalten habe. Er habe sich zunächst in einem Auto versteckt und sei dann zu Fuß zum Hafen geflüchtet. Daraufhin hatten die Beamten das Gelände komplett abgeriegelt und ein Polizeihund hatte den mutmaßlichen Täter schließlich auf der Ladefläche eines Betriebsfahrzeugs ausfindig gemacht.

Bei einer Verurteilung wegen Unterschlagung erwartet den Angeklagten aus Bremen eine niedrigere Strafe als bei einem Raub. Erheblich dürften jedoch die Kosten gewesen sein, die der Einsatz der Ordnungskräfte gekostet hat. Die müssten die Angeklagten im Fall einer Verurteilung tragen. Neben dem Hubschrauber und dem Hundeführer waren Polizeibeamte aus Verden, Achim, Diepholz, Nienburg und der Autobahnpolizei Langwedel im Einsatz gewesen.

wb

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