Hans-Jürgen Sterna hat bei seiner Rentenberatung im Rathaus enormen Zulauf

„Soziale Zeitbombe tickt“

+
Hans-Jürgen Sterna: Stein für Stein private Altersversorgung aufbauen. ·

Achim - Von Manfred Brodt„Neulich dachte ich: Ist hier ein ganzer Bus angekommen? So viele Menschen wollten in meine Sprechstunde“, berichtet Hans-Jürgen Sterna, Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund, der wie andere auch im Achimer Rathaus regelmäßig Rat und Hilfe anbietet. Das Thema Alterssicherung bewegt die Leute in den letzten Wochen verstärkt.

Seit die Bundesarbeitsministerin vorgerechnet hat, dass vielen Menschen die Armut im Alter droht, ist Demografie nicht mehr nur ein abstrakter Begriff. Auch wenn Sterna weiß, dass die Berechnungen des Ministeriums nicht berücksichtigen, dass viele Alte ja auch als Ehepartner zweimal Geld beziehen können, sieht er hier eine Art „soziale Zeitbombe ticken“.

Er macht eine Rechnung auf, die zeigt, dass viele Arbeitnehmer nach gegenwärtigem Stand noch nicht einmal eine Rente in Höhe der staatlichen Grundsicherung von 844 Euro erhalten werden: Wer dauerhaft 2000 Euro brutto im Monat verdient, erwirbt in einem Jahr einen Rentenanspruch von 20,76 und in 40 Jahren von 830 Euro. Davon gehen dann noch einmal 84 Euro für Kranken- und Pflegeversicherung ab, so dass 746 Euro bleiben.

Zusätzlich soll nach der aktuellen Beschlusslage die Rente bis 2030 von 51 auf 43 Prozent des letzten Nettoeinkommens sinken, was die derzeitigen jährlichen Renteninformationen noch nicht berücksichtigen.

Extrem sieht es laut Sterna bei den Minijobern aus, die bei ihren 400-Euro-Beschäftigungen zwar Rentenansprüche erwerben, aber nur von vier Euro in einem und 40 Euro in zehn Jahren.

Auf höhere Renten und auch betriebliche Altersversorgungen greift verstärkt die Steuerbehörde zu.

Vieles ist von Politikern für kommende Jahre wegen der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung beschlossen, ohne dass sie es selbst und vor allem die breite Bevölkerung genau wissen, sagt Sterna.

Er klärt gerne darüber auf, auch wenn nicht in erster Linie die Ärmsten und nicht die Jüngeren mit ungesicherter Zukunft in seine Sprechstunde kommen. Die meisten der Ratsuchenden wollen vielmehr vorzeitig in den Ruhestand und erkundigen sich, welche Verluste dass ihnen bringen würde. Auch Senioren, die nach dem Tod des Partners eine Hinterbliebenenrente bekommen, suchen Rat.

Der Versichertenberater empfiehlt allen Jüngeren, soweit sie das können, „Stein für Stein“ auch eine private Altersversorgung aufzubauen, dabei aber die Finger von Aktiengeschäften mit unseriösen Versprechungen zu lassen. Keinen Sinn hat es, Einkünfte zu verschweigen, denn vor der zentralen Einkommensstelle in Berlin ist kaum noch etwas zu verheimlichen. Hohe Nachzahlungen im Alter könnten drohen.

Wer auf den Ruhestand zugeht, sollte rechtzeitig zu Hans-Jürgen Sterna oder Kollegen gehen und seinen Rentenantrag auf den Weg bringen, denn die zustehende und oft eben zu niedrige Rente kommt nach dem Arbeitsleben keineswegs automatisch.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Ein Toter und 15 Verletzte nach Explosion in Wohnblock

Ein Toter und 15 Verletzte nach Explosion in Wohnblock

Selbstversuch: Reporterin fällt ihre erste Buche

Selbstversuch: Reporterin fällt ihre erste Buche

Verabschiedung des Verdener Redaktionsleiters Volkmar Koy in den Ruhestand

Verabschiedung des Verdener Redaktionsleiters Volkmar Koy in den Ruhestand

Wie werde ich Reifenmechaniker/in?

Wie werde ich Reifenmechaniker/in?

Meistgelesene Artikel

Oberschule Dörverden: Angebot von Seife bis Tombola

Oberschule Dörverden: Angebot von Seife bis Tombola

Für VAZ-Redaktionsleiter Volkmar Koy beginnt der Ruhestand

Für VAZ-Redaktionsleiter Volkmar Koy beginnt der Ruhestand

„Mehr als ein Fahrradweg“

„Mehr als ein Fahrradweg“

Kaufhalle Verden: Abrissarbeiten beginnen

Kaufhalle Verden: Abrissarbeiten beginnen

Kommentare