Langwedeler Realschüler machen sich im Rathaus über „Rettet die Wahlen“ her

„Sollte zeigen, dass Politik auch Spaß machen kann“

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Friedrich Schwer und Rick Nagelschmidt (v.li.) leiteten den Workshop „Rettet die Wahlen!“.

Langwedel - Da sitzen sie nun alle im großen Kreis im Bürgersaal des Langwedeler Rathauses. Aber nicht hinter den dicken Tischen, an denen die Mitglieder des Gemeinderates Platz nehmen, sondern davor. Da ist man dichter beieinander.

Die R10b der Oberschule am Goldbach ist an diesem Mittwochvormittag im Rathaus. Bürgermeister Andreas Brandt hat sie reingelassen und gleich auch noch begrüßt.

Er hoffe und freue sich darauf, dass sich die jungen Leute mit ihren Meinungen und Wünschen stärker vor Ort einbringen. Vielleicht in Jugendforum Jugend@Langwedel, hatte Brandt in seiner Begrüßung gesagt.

Bei der Bundestagswahl sind die 15- und 16-Jährigen noch gar nicht stimmberechtigt. Die Wahlkabinen, die vor dem Bürgersaal stehen, sind für die Erwachsenen, die schon vorab per Briefwahl, aber im Rathaus wählen wollen.

Für die Zehntklässler steht der Workshop „Rettet die Wahlen!“ auf dem Programm. Organisiert und angeboten wird das Ganze von der SPD-nahen Friedrich Ebert Stiftung aus Berlin.

„Für die 9. und 10. Klassen haben wir im Moment das Schwerpunktthema Wahlen“, so der stellvertretende Oberschulleiter Derik Eicke. Hauptpunkt dabei ist die „Juniorwahl“, daneben laufen noch kleinere Gruppenprojekte. Die R10a war in der Bremischen Bürgerschaft, dem Landesparlament der Hansestadt, zu Besuch, die R10b hat den Workshop bekommen. „Und für die R10c fällt uns auch noch was ein.“

Aber erst einmal freut man sich, dass man für die Veranstaltung ins Rathaus durfte. „Das ist eine ganz andere Atmosphäre als in einem Klassenraum“, findet nicht nur Friedrich Schwer, der zusammen mit Rick Nagelschmidt den Workshop leitet. Die beiden sind eigentlich noch Studenten (Politik und Geschichte, bei Nagelschmidt kommen noch Verwaltungswissenschaften dazu). Das Seminar (und ähnliche) bietet ihre Stiftung auch in Berlin an. Zur Zeit sind die beiden aber in Niedersachsen mit dem Workshop unterwegs.

„Politikverdrossenheit“ ist da so das bekannte Stichwort, gegen das die beiden anarbeiten wollen. Und aufklären über das politische System in der Bundesrepublik, über Wahlen, über die Möglichkeiten, die es für den einzelnen gibt, politischen Einfluss auszuüben. „Politikunterricht hat in den Schulen oft einen niedrigeren Stellenwert. Das Grundwissen leidet,“ so Nagelschmidt. „Aber nicht weil die Lehrer keinen guten Job machen, sondern weil oft die Zeit fehlt.“

Wobei der Mann aus Berlin nicht die Langwedeler R10b gemeint haben will. Die erweist sich nämlich an diesem Vormittag als ganz schön fit. „Die sind ziemlich aufgeweckt, ist eine lebendige Runde“, attestiert Friedrich Schwer. „Es ist ein richtig großer Teil der Klasse mit dabei. Ein gewisses Grundwissen ist da, teilweise auch schon Meinungen. Sehr gut“, findet Rick Nagelschmidt später.

„Wir haben vieles erarbeitet, das gibt Sicherheit“, berichtet später Klassenlehrer Jörg Schiffner unabhängig von den Workshopchefs befragt. „Doch, sie sind sehr gut dabei. Ich bin sehr, sehr zufrieden damit, wie sie sich einbringen.“

Die Diskussionsrunde ist gerade bei dem Punkt angekommen, wo darüber abstimmt werden sollte, ob Wahlkampf vor allem bunt und witzig sein sollte. Sollte er, finden die jungen Frauen und Männer. Obwohl das Ausgangsthema ein bisschen dürftig formuliert war. „Man sollte zeigen, dass Politik auch Spaß machen kann“, findet Max.

„Aber nicht bunt und witzig“, findet Junis. Meint Tobias auch: „Politik ist schließlich was Ernstes.“

Okay, verstanden: Wahlkampf und Politik sollten interessanter rüberkommen, aber auf keinen Fall als bunte Blödelei.

Was nur eine einziges Ergebnis dieses Vormittags im Rathaus ist.

Die R10b wird sich noch vor der Wahl auf zum Bundestag nach Berlin machen. Falls der örtliche Abgeordnete Andreas Mattfeldt im Wahlkreis unterwegs ist – sein Abgeordnetenbüro wird sich um die Klasse kümmern, das ist schon abgemacht. jw

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