Günther Minder nach fast 20 Jahren im Dienst in Etelsen verabschiedet

„Sie waren der beste Hausmeister der Welt“

Etelsen - (jw) · Wie kriegt man 250 Kinder plus Lehrer dazu, richtig abzuheben? Ohne Flugzeug, versteht sich. Günther Minder hat es in der Grundschule Etelsen geschafft, bei seiner großen Verabschiedung als Hausmeister der Schule. „Das war eine richtig tolle Sache“, strahlte „DJ Günther“ hinterher.

Fast 20 Jahre lang war Minder in Etelsen Schulhausmeister, kümmerte sich auch mit um den benachbarten Kindergarten. Logisch, dass Schule und Kindergarten zum Abschied ein Riesenprogramm mit Liedern, Sketchen und allem Drum und Dran auf die Beine gestellt hatten. Hinterher gab es dann auch noch eine offizielle Verabschiedung, mit Reden und Urkunde von der Gemeinde.

„Ich hab eigentlich erst an dem Morgen überlegt: Eigentlich müsste ich ja noch ein bisschen Musik machen“, erzählt Günther Minder. „Aber dass das dann so ankommt...“ Dabei war Minders Musikauswahl dem einen oder anderen Lehrkörper gar nicht mal bekannt. „So ein schöner Tag“ von einem gewissen „Tim Toupé“ wurde gespielt. „Na, das Fliegerlied. Ich fliege, fliege...“ Sei es drum, auf jeden Fall ist die Schule an diesem Morgen auch geflogen.

Eigentlich hätte Günther Minder bei seiner Verabschiedung auch abheben müssen. Da ist er aber nicht der Typ dafür. Also blieb er auf seinem Verabschiedungsthron sitzen und hörte sich an, was die Kinder über ihn zu sagen hatten.

Weil man sich so viele Sachen gar nicht merken kann, hatte man alles in einem Album zusammengetragen, in dem nachzulesen war, warum ein Schulhausmeister wichtig ist.

„Weil er uns die Fußbälle von den Dächern holt“, stand da unter anderem zu lesen. „Weil er mit uns Tischkicker gespielt hat.“ Da wurde Minder leicht verlegen. „Kinder vergessen einfach nichts.“

„Er hat immer Zeit für die Kinder gehabt. Die kamen bei ihm an Nummer 1“, erzählt Schulleiter Dieter Wasmund. Was beileibe nicht heißt, dass Minder andere Aufgaben vernachlässigt hat. „Günther, kannst du noch mal eben schnell ganz dringend...“ kam gerne vom Lehrerkollegium. Günther konnte. Auch den Kontakt zur gegenseitigen Hilfe zwischen Kirchengemeinde und Schule hat er aufrecht erhalten. Pastor Martin Beckmann nannte den ehemaligen Hausmeister gar seinen „V-Mann in der Schule“.

Die Etelser Gemeinde wird sich auch in Zukunft auf Minder verlassen können. „Ich bin ja noch im Kirchenbeirat.“ Auch Minders Nachfolger Wolfgang Klocke darf sich bei Bedarf der Unterstützung seines Vorgängers gewiss sein. Zumindest einen guten Ratschlag hat Günther Minder immer schon für jeden parat gehabt.

64 Jahre alt ist der Pensionär jetzt. Gelernt hat er Dachdecker. „Mit Vierzehneinhalb hab‘ ich angefangen zu arbeiten.“ Macht insgesamt fast 49 Jahre im Berufsleben. Das macht sich auch in den Knochen bemerkbar. „Es war mein Traumberuf“, sagt Günther Minder über seine Arbeit in der Grundschule Etelsen.

Dass an dem so war, haben auch dort alle gemerkt, die mit ihm zu tun hatten. Christa Hötzel, ehemalige Leiterin der Grundschule Etelsen, war auch zu der Verabschiedung eingeladen und hatte Günther Minder einen Brief geschrieben. Was da drin stand? Unter anderem dies: „Sie waren der beste Hausmeister der Welt.“

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