Interessengemeinschaft im Bereich Werder-Lunsen sorgt sich um Gasbohrpläne

Sechsmal warnt „Rote Hand“

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Insgesamt sechs „Rote Hände“ stehen auf Privatgelände an großen Durchfahrtstraßen und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. ·

Thedinghausen - Sie ist schon sehr aktiv – diese Interessengemeinschaft (IG) von Bürgern aus dem Bereich Werder und Lunsen. Die darin Mitwirkenden möchten aber vor-erst anonym bleiben.

Grund: Erdgasförderunternehmen wie die RWE Dea hätten sonst die Möglichkeit, sich Einzelne herauszupicken und telefonisch ausgiebig zu bearbeiten. Das sei durchaus schon vorgekommen.

So erläuterten es zwei IG-Aktive im Gespräch mit dieser Zeitung, und damit ist auch klar, um welches Thema es geht: Um die Gasförderungspläne der RWE Dea im neuen großen „Aufsuchungsgebiet“. Dieses umfasst nicht nur Werder und Lunsen, sondern reicht weiter bis Achim und über Thedinghausen selbst hinaus bis zur Rieder Grenze.

Insgesamt sechs unübersehbare, große „Rote Hände“ fallen auf Privatgrundstücken an großen Straße und Kreuzungen der Samtgemeinde seit einiger Zeit ins Auge. Hier geht es keineswegs um Werbung oder eine Aktion der Jägerschaft im Zusammenhang mit Wildwechsel-Gefahren, wie schon vermutet wurde.

Auch diese Tafeln mit Verweis auf eine Internet-Seite haben vielmehr Mitglieder der IG aufgestellt, um Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu wecken.

„Wir sind überhaupt nicht gegen Gasförderung allgemein“, betonen dabei die Aktiven. Diese sei natürlich unverzichtbar zur Energieversorgung.

Es gehe nur um die Form der Gasförderung, wie sie zur Zeit auch die RWE Dea noch praktiziere. Dabei falle belastetes Lagerstättenwasser an, das dann aus Kostengründen nicht vernünftig geklärt und entsorgt werde, sondern die Reinheit des Grund- und Trinkwassers bedrohe. Auch kleinere Erdbeben mit entsprechenden Schäden an Häusern seien nicht auszuschließen, wie sich im Langwedeler Bereich leider bestätigt habe.

Im vorgesehenen neuen Aufsuchgebiet werde nun sogar eine Erdgasblase vermutet, die noch größer sei als die bei Völkersen.

Die Interessengemeinschaft will daher weiter am Ball bleiben und den Kreis ihrer Unterstützer erweitern. Gute Kontakte zu benachbarten Initiativen gegen Erdgas-Förderprojekte und Fracking gibt es natürlich.

Dass Erdgasförderung auch unter höheren Sicherheitsstandards durchaus möglich sei, zeige das Beispiel Niederlande, machen die IG-Aktiven noch geltend.

Für den 16. Januar ist nun ein Treffen mit Kommunalpolitikern samt aktueller Informationen zum „Aufsuchungsgebiet“ geplant. Auch daran wollen Vertreter der IG teilnehmen.

Die „Roten Hände“ bleiben bis dahin und bis auf Weiteres mahnend stehen, versichert die Interessengemeinschaft zugleich. · la

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