Schwarzgelbe Plagegeister in Verden / Schwärmen bei extremer Wärme

Basilikum gegen Wespen

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Ein seltenes Nest der Mittleren Wespe in einem Gebüsch.

Verden - Endlich Sommer: Bei Temperaturen um 30 Grad mit einem Eis, einem kühlen Getränk oder einem leckeren Essen draußen zu sitzen, gehört für viele zu den größten Freuden der warmen Jahreszeit. Wenn da nur die gelb-schwarz-gestreiften Störenfriede nicht wären. War bis vor kurzem noch kaum eine Wespe zu sehen, so tauchen sie plötzlich überall auf, wo man sich gemütlich niederlässt. Sie umschwirren Sonnenhungrige und bedienen sich hemmungslos von ihren Tellern.

„Das ist wirklich nicht mehr zu ertragen. Die Gäste können ihr Essen draußen gar nicht mehr genießen“, berichtet Safed Somo, Geschäftsführer der Restaurants „Portofino“ und „La Piazza“ in der Fußgängerzone. Er ist überzeugt, dass wir es in diesem Jahr mit einer richtigen Wespenplage zu tun haben. Um die Insekten zu vertreiben, hat er schon einige Hausmittelchen wie brennendes Kaffeepulver probiert. Jetzt stehen Basilikumpflanzen auf den Tischen, deren Geruch sollen die Wespen nämlich nicht mögen. Durchschlagenden Erfolg hat das aber alles nicht.

Das merken auch Natalie Kowalski und Nina Rybalski, die sich mit ihren Kindern zum Eisessen draußen niedergelassen haben. Sobald die süße Erfrischung serviert ist, sind auch die Wespen da. Die Frauen sind überzeugt, dass es mit den Wespen dies Jahr schlimmer ist als sonst. „Wir waren im Magic Park, da hatte man Angst, den Kindern etwas zu essen zu geben“, so Natalie Kowalski.

Ein paar Meter weiter bei Stelling lassen sich Imke Blome und Tochter Sina Bratwurst und Pommes schmecken. Auch sie werden von den ungebetenen Gästen nicht verschont. Blomes verhalten sich ruhig und lassen sich ihr Essen nicht vermiesen. „Mit der Wärme kamen die Wespen“, meinen sie.

„Dass es mehr sind als sonst kann ich nicht bestätigen. Durch die extreme Wärme schwärmen Wespen einfach mehr aus“, sagt Hans-Jürgen Maaß, einer von sieben Faltenwespenbeauftragten des Landkreises. Im Gegenteil seien viele Arten selten geworden und daher besonders schützenswert. „Es sind nur zwei Arten, die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe, die sich von unseren Kuchen bedienen, die bleiben uns noch bis Oktober erhalten“, weiß Maaß. Da die beiden Arten ihre Nester meist im Dunkeln bauen, bleiben sie von den Menschen meist unbemerkt. Die sichtbaren Nester sind meistens die Behausungen der Mittleren und der Sächsischen Wespe. Diese Arten sind an Menschen aber gar nicht interessiert. „Das Vorkommen ist bislang sogar eher dürftig“, hat der Wespenexperte beobachtet. Auch Hornissen sind eine Wespenart, die mittlerweile selten ist. Genau wie die Mittlere Wespe müsste sie laut Maaß eine besonders geschützte Art sein.

Generell gilt: Alle Wespenarten leisten einen wichtigen Beitrag für das Ökosystem und sind daher durch das Landesnaturschutzgesetz geschützt. Daher sollte man die Nester möglichst an Ort und Stelle belassen. „Wenn Gefahr für Mensch oder Gebäude droht, muss man genau abwägen. Für die Entfernung eines Nestes müssen schon triftige Gründe vorhanden sein“, so Maaß. Denn von Natur seien sie nicht angriffslustig. „Sie stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen.“ Maaß rät daher, vor allem ruhig zu bleiben und auf keinen Fall wild um sich zu schlagen. „Dann fühlen sich die Tiere angegriffen und stechen zu.“ Möchte man draußen ungestört essen, kann es sinnvoll sein, in einiger Entfernung einen Extrateller für die Wespen aufzustellen.

Und wenn es nun doch passiert ist und die Wespe zugestochen hat? Ist man nicht gerade gegen die Stiche allergisch, ist auch das nicht allzu schlimm. Auch Hans-Jürgen Maaß hat in seiner 30-jährigen Tätigkeit als Wespenbeauftragter schon einige Stiche abbekommen. Sein Tipp „Einfach etwas Essig auf den Stich auftragen“.

ahk

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