Ottersberger Eberhard Wildung zeigt Fotografien / Ausstellung mit musikalischer Begleitung

Schwarz-weiße Perspektiven

Intime Einblicke, vornehmlich in Schwarz-Weiß, gewähren die Arbeiten von Wildung.

Ottersberg - (kr) · Freunde anspruchsvoller Fotografie sollten sich den 7. und 9. Mai rot im Kalender anstreichen. An diesen Tagen öffnet der Ottersberger Kunstfotograf Eberhard Wildung sein Atelier in der Langen Straße 94.

Thema der Ausstellung sind neue Fotografien, die Wildung selbst als experimentell bezeichnet. Der Künstler zählt auch diesmal auf Purismus und Minimalismus. Weniger ist bei ihm mehr. Das gilt sowohl für die Anzahl der Bilder als auch für deren Inhalte.

Bei einem Rundgang wird der Betrachter nicht durch Deko-Beigaben in den Bildern abgelenkt. Ohne Einschränkungen und Ablenkungen geht der Blick gezielt auf Körperformen, wobei Männer und Frauen gleichermaßen gezeigt werden.

Feine Linien deuten Körperkonturen an, zeichnen Silhouetten nach. Ein zurückgebogener Kopf, Schultern und ein wohlgeformter Busen erkennt man erst auf den zweiten Blick. Samtige Haut, das Spiel von Muskeln oder feine Härchen – mit solchen Einblicken offenbart der Fotograf eine sensible Sichtweise, die eine Hommage an die Schönheit der Schöpfung Mensch darstellt.

„Meine Bilder entstehen zuerst im Kopf und werden dann mit der Kamera umgesetzt. Dabei lege ich großen Wert auf das analoge Arbeiten. Es geht nichts über den Anspruch an das Handwerkliche.“ Sicherlich lasse sich heute digital allerhand machen, so Wildung. „Die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Und doch geht im Medium Fotografie nichts über die manuelle Einstellung, über den kritischen Blick, der im Sucher der Kamera das findet, was die Technik nicht bieten kann.“

Natürlich arbeitet Wildung als Fotograf mit neuester Technik und wendet sie an, wo immer sie notwendig und sinnvoll ist. Will er aber besondere Bilder einfangen, arbeitet er ausschließlich mit seiner Hasselblad, die in Fachkreisen beinahe als antiquiert gilt, aber immer noch einen hervorragenden Ruf besitzt, wenn es sich um Schwarz-Weiß-Arbeiten handelt. Mit ihr gelinge es, Unwesentliches sichtbar zu machen, Licht und Schatten in einem Spiel anzuwenden. Fotos im so genannten Negativverfahren wirkten dabei wie Kohlezeichnungen eines Künstlers, der mit dem Finger über die Kontur seiner Linie fahre, um die Abgrenzungen zu verwischen. Auf diese Weise komme eine gewisse optische Romantik in die Fotografie, die scharf gestochene Umrisse niemals hervorbringen könnten, so Wildung. Es entstünden optische Illusionen, Vordergründiges trete in den Hintergrund, um Nebensächliches ins Blickfeld zu rücken.

Wildung hat das musikalische Duo Reinhard Röhrs (Kontrabass) und Uli Torspecken (Piano) zur Vernissage am Freitag, 7. Mai, ab 18 Uhr, eingeladen. Die Instrumentalisten sind bestens aufeinander eingespielt und immer für Improvisationen gut. Sie werden die Ausstellungsgäste mit eigenwilligen Stücken willkommen heißen und unterhalten. Wenn sie sich warm gespielt haben, erfahren sie Unterstützung durch die Fischerhuder Chansonette Raphaelle Mellet, die ihren französischen Charme in freche Lieder bekannter Komponisten umzusetzen weiß. Mit ausdrucksvoller Stimme wird sie gefühlvolle Lieder interpretieren, die Erotik, Herz, Schmerz und einen Hauch von Liederlichkeit aufweisen.

Sonntag, der 8. Mai, ist von 11 bis 18 Uhr dem Tag der offenen Tür im Atelier vorbehalten. Besucher haben dann Gelegenheit, sich mit dem Fotografen auszutauschen.

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