Bürgerinitiative will Fragenkatalog aufstellen und Politiker bearbeiten

Schutz des Grundwassers hat oberste Priorität

In Völkersen ist man durchaus offen und gastfreundlich – bei der Angst vor Gift im Wasser hört die Freundschaft aber auf.
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In Völkersen ist man durchaus offen und gastfreundlich – bei der Angst vor Gift im Wasser hört die Freundschaft aber auf.

Völkersen - Am Donnerstag trafen sich im Gasthaus „Zur Post“ in Völkersen rund 35 Mitstreiter der neu gegründeten Bürgerinitiative (BI) „No-Fracking“ zu ihrer ersten offiziellen Zusammenkunft. Hier wurde dann auch reichlich mit Vertretern der RWE-Dea diskutiert – was nach Ansicht der Initiative beim offiziellen Informationstermin Anfang Dezember viel zu kurz gekommen war.

Nach der Begrüßung durch ihren vorläufigen Sprecher Thomas Vogel, skizzierte dieser kurz die Entstehungsgeschichte der BI, die vor knapp vier Wochen auf einem Adventsbasar aus der Taufe gehoben wurde.

Anlass war der Benzolunfall auf einer RWE-Dea-Bohrstelle in Völkersen. „Dadurch sensibilisiert, beschäftigte man sich näher mit der Thematik „Gasförderung“ und merkte schnell, dass diese Energieform nicht so sauber ist, wie uns die Energiewirtschaft glauben machen will und eine breit gefächerte Problematik in den Bereichen Lagerstättenwasser und Fracking sowie Seismik aufwirft“, erklärte Andreas Noltemeyer.

Er ließ auch die Bürgerinfoveranstaltung vom 8. Dezember in Völkersen Revue passieren. Die RWE war hier auf Einladung der Gemeinde angetreten, um über die Leckage zu berichten. Durch die langatmigen Erklärungsversuche der RWE über den Benzolunfall und das Fracking sowie die Lagerstättenwasserentsorgung allgemein, wurde der Veranstaltung viel an Wirkung genommen. Viele Fragen blieben unbeantwortet, so der Tenor in der Bürgerinitiative. Nach über vier Stunden Vorträgen, die zwar durch Zwischenfragen ergänzt wurden, war man von der Flut an Informationen fast erschlagen und es kam nicht zu der erhofften Diskussionsrunde.

Die holte man nun bei dem Treffen nach und es kamen viele Fakten auf den Tisch, die im Vorfeld unerwähnt blieben. Kernpunkt aller Aussagen war, das der Schutz des Grundwassers höchste Priorität hat.

In diesem Zusammenhang blieb nicht unerwähnt, dass im Einzugsbereich des Wasserwerks Panzenberg zehntausende von Kubikmetern Lagerstättenwasser in einer Tiefe von 1200 Metern „verklappt“ werden, obwohl dort jedes Jahr 10 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus bis zu 300 Metern Tiefe gefördert werden.

Die BI einigte sich auf die Gründung einer Arbeitsgruppe, die einen Fragenkatalog erarbeitet, der Bergbauamt und Landkreis zur detaillierten Beantwortung vorgelegt werden soll. Weiter sieht man ein Kernelement der Arbeit in der Veränderung der politischen Rahmenbedingungen im Genehmigungsverfahren.

Das kann nur über die Politiker in den höheren Gremien erreicht werden. Man werde die Verantwortlichen aus dem Landkreis im Land- wie auch im Bundestag in die Pflicht nehmen. Erste viel versprechenden Kontakte habe man hergestellt und werde sie intensiv weiter verfolgen.

In diesem Zusammenhang wird ein demnächst zu erwartender Antrag der Regierungskoalition zur unkonventionellen Gasförderung in Völkersen sehr kritisch beurteilt, da hierdurch das Genehmigungsverfahren deutlich vereinfacht und beschleunigt werden soll. Der Antrag soll umgesetzt werden, obwohl Studien zu den Risiken der unkonventionellen Gasförderung längst noch nicht abgeschlossen sind. Umweltverträglichkeitsprüfungen sollen nur im Einzelfall durchgeführt werden und betreffen auch nur neue Vorhaben.

Über einen E-Mail-Verteiler, an dem fast 100 Leute beteiligt sind, will man alle interessierten Bürger über die Aktivitäten auf dem Laufenden halten. Das nächste Treffen ist am 12. Januar.

Dann werden unter anderem die Gespräche mit den Politikern bewertet.

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