TSV Achim und Werder Bremen präsentieren Handicap-Fußballturnier „Special Euro Championship“ / 5 000 Euro Spende

Schulterschluss für den integrativen Sport

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Diese Pokale spendete einst der SV Werder Bremen. Auch den Special Euro Championship präsentieren die Vereine gemeinsam. Achims Bürgermeister Uwe Kellner, Kai Tietjen, Leiter der Fußballabteilung beim TSV Achim, Klaus-Dieter Fischer, Präsident von Werder Bremen, und Heiko Strüver, Vorsitzender des TSV Achim, (von links) freuen sich auf das große Ereignis . ·

Achim - Von Lisa DuncanEinen „Vollschuss“ hätten Freunde ihm attestiert, erzählt der Vorsitzende des Turn- und Sportvereins (TSV) Achim, Heiko Strüver, als er vor etwa zwei Jahren die Idee aufbrachte, eine Europameisterschaft im Handicap-Fußball zu starten. Nach einem Jahr Vorbereitung ist es soweit: Die „Special Euro Championship“ läuft vom 15. bis 17. Juni.

Präsentiert wird das Turnier vom TSV Achim und dem SV Werder Bremen. Die Eckdaten zu dem Event gaben die beiden Vereine am Mittwoch in einer Pressekonferenz bekannt. Zudem wurde ausgelost, in welcher Reihenfolge die Teams gegeneinander antreten. Anwesend waren auch Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer und Achims Bürgermeister Uwe Kellner.

Zwölf Mannschaften in der Altersstufe 8 bis 16 Jahre haben sich bereits für das Fußballturnier angemeldet, darunter Werder Bremen, Bayer Leverkusen, Mainz 05 und Schalke 04. Die mit Abstand weiteste Reise unternimmt der Verein Hapoel Tel Aviv. Daneben wurden sechs bis acht Erwachsenen- und zwei Sehbehinderten-Teams bestätigt.

Menschen mit Behinderung für den Sport zu begeistern liegt dem TSV Achim am Herzen, wie an der vielfältigen ehrenamtlichen Mitarbeit deutlich wird. Mit mehr als 60 Mitgliedern in der Handicap-Abteilung sei der TSV Achim „in Deutschland einmalig“, sagt Heiko Strüver.

Auch mit anderen Handicap-Vereinen ist der TSV Achim gut vernetzt. In der Adressdatenbank befinden sich rund 120 Vereine aus ganz Europa, sagt Kai Tietjen, Leiter der Fußballabteilung. „Trotzdem ist es nicht so einfach, ausländische Clubs hierher zu bewegen“, so Tietjen.

Vom FC Liverpool beispielsweise kam eine Absage. Grund: Der Club gehört, wie viele englische Vereine, einer Foundation an, die nur unter den Mitgliedsvereinen Turniere veranstaltet – und der TSV Achim ist außen vor.

Noch sind nicht alle Teams bestätigt. „Mal kommen Absagen, mal Zusagen, das dreht sich derzeit jeden Tag“, sagt Tietjen. Unsicher ist etwa die Teilnahme des PSW Eindhoven. Eine weitere Problematik, die unabhängig von Clubpolitik zu sehen ist, stellt sich beim Handicap-Sport: „Rund die Hälfte der Kinder kommt aus sozial schwachen Familien. Da ist es schon ein Problem, die Sporttasche mal für drei Tage zu packen“, sagt Tietjen – und ist sich trotz der Widrigkeiten sicher: „Wir werden das garantiert in zwei Jahren nochmal machen.“

Auch Werder Bremen ist sozial engagiert, und kümmert sich mit der Gruppierung „Lebenslang tolerant“ speziell um den Behindertensport. Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer begründete das soziale Engagement von „Grün-Weiß“ mit einem Zitat von Albert Camus: „Alles, was ich über Solidarität weiß, habe ich im Fußball gelernt.“

Bürgermeister Uwe Kellner erhofft sich durch das Turnier für Achim „Spaß und Freude, um ein Stückchen Normalität in Zukunft umzusetzen“. Dabei verwies er auf die gute Arbeit von Einrichtungen wie Lebenshilfe, Stiftung Waldheim und die integrativen Kitas.

Finanziert wird das Turnier durch Sponsoren, darunter Merentis, Soiltec, die Stadt Achim, Getränke Ahlers und die Kreissparkasse. Auch der SV Werder Bremen bekräftigte nochmal die mehr als zehn Jahre währende, gute Zusammenarbeit und übergab einen Scheck über 5 000 Euro an den TSV Achim.

Die „Special Euro Championship“ wird am Freitag, 15. Juni, um 17 Uhr auf dem Gelände des TSV Achim eröffnet. Gegen 18 Uhr spielen die Werder Allstars gegen den TSV Achim. Am Sonnabend geht es um 10 Uhr mit den Vorrundenspielen los. Sonntag folgen, ebenfalls ab 10 Uhr, die Platzierungs- und Endspiele.

Neben dem Turnier bietet der TSV Achim ein Rahmenprogramm. Unter anderem gibt es ein Torwandschießen, ein menschlicher Kicker, sowie eine Torschussanlage werden aufgestellt. Die Stiftung Waldheim bietet das Projekt „Anders sehen“, bei dem Besucher kostenlos ihre Sehstärke überprüfen lassen können.

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