16-jährige Aileen Klaile aus Oyten kehrte nach zwölf Monaten im Staate New York zurück / Jahrbuch voller bester Wünsche

„Schule machte in den USA mehr Spaß“

Aileen Klaile mit dem anspruchsvoll aufgemachten Jahrbuch der High School gestern Vormittag in der Redaktion des Achimer Kreisblatt.

Oyten - (la) · „Zur Schule gehen machte mir dort richtig Spaß“, berichtet gestern die gerade von ihrem einjährigen USA-Aufenthalt zurückgekehrte Oytenerin Aileen Klaile. Nach den Ferien wird die 16-Jährige wieder das Achimer Cato Bontjes van Beek-Gymnasium besuchen.

Sport nahm an der Fort Edward High School einen viel größeren Raum ein, und das Verhältnis zu den Lehrern sei dort eher freundschaftlich geprägt, nennt sie einige Unterschiede. Und natürlich freut es sie, Klassenbeste in Mathematik gewesen zu sein, wo sie doch hierzulande nur auf ein „Ausreichend“ kam. Dass die geringeren Anforderungen an der High School mit eine Rolle spielten, gibt sie schmunzelnd durchaus zu.

In unregelmäßigen Abständen hatte Aileen auch für das Kreisblatt Eindrücke von jenseits des großen Teichs geschildert. In Fort Edward im Bundesstaat New York lebte sie in einer Gastfamilie. In dem Ort kenne fast jeder jeden. Viele der heutigen Eltern seien bereits zusammen zur Schule gegangen, berichtet sie.

In der kleinen High School, einer Gesamtschule vergleichbar, war sie die erste Austauschschülerin überhaupt und wurde mit entsprechend großem Interesse aufgenommen.

Deutsche tragen überwiegend Lederhosen und trinken schon zum Frühstück ein großes Bier, sei eine verbreitete Einschätzung gewesen, erzählt die 16-Jährige lachend. Dieses Bild habe sie während ihres Aufenthalts hoffentlich etwas zurechtrücken können. Auch zum Thema Nazizeit, das ihre Mitschüler anfangs aus Taktgefühl ihr gegenüber vermieden, hätten sich später längere Gespräche ergeben.

Ansonsten entwickelten sich etliche Freundschaften. Aileen war aktiv in der Cheerleader-Gruppe des Basketballteams, unternahm mit ihrer Gastfamilie Ausflüge etwa ins benachbarte Maine und erlebte einiges mehr, über das sie in den E-Mails für das Kreisblatt berichtete.

Beim Essen fand sie durchaus Vorurteile in Sachen USA bestätigt: der Morgen begann zwar oft mit Müsli, aber dann wurde es oft fettiger, und die Gerichte kamen häufig aus der Mikrowelle. In der Schule wurde allerdings mittags selbst gekocht.

Einer der Höhepunkte war der „Prom“-Abschlussball zum Ende der elften Klasse am 4. Mai. Festliche Kleidung ist dann stets angesagt, die Jungen holen die Mädchen offiziell ab, es gab nachmittags eine Aufführung im der schön dekorierten Turnhalle, ein Abendessen am Lake George, aber dann auch Party mit Tanz. Diese dauerte – unter Aufsicht der Eltern – bis vier Uhr früh.

Besonderes Ereignis ist an diesem Tag die Wahl von „Prom“-König und Königin samt dreiköpfigem Hofstaat –  eine „Beliebtheitssache“, so Aileen. Umso überraschter und erfreuter war sie, als sie als erste für den Hofstaat aufgerufen wurde.

Zur Erinnerung gab es ein anspruchvoll gestaltetes Jahrbuch der Schule. Die Klassenkameraden verewigten sich darin nicht nur mit Fotos, sondern auch mit besten Wünschen für die Mitschülerin oder bedauernden Anmerkungen, dass diese sie nun wieder verlasse.

Offenbar hat die junge Oytenerin also einen recht guten Eindruck hinterlassen. Sie selber möchte schon im nächsten Sommer wieder zurück und dann ihre beste Freundin Hannah und deren Familie besuchen. Dort gelte sie schon fast „als viertes Kind“. Auch ein Gegenbesuch Hannahs bei den Klailes in Germany ist schon fest eingeplant.

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