Ausschuss votiert für IGS-Einzugsbereich / Genügend Platz auch für Achimer

Schulbezirk Oyten-Ottersberg

Oyten - Von Petra HolthusenMensa, Jahrgangsstärke, Schulbezirk... – einzig um die Weiterentwicklung der jungen Integrierten Gesamtschule (IGS) drehte sich am Mittwochabend die Sitzung des Schulausschusses des Oytener Gemeinderates. Der tagte deshalb mitten im Geschehen – umweht von Küchenduft in der Mensa des Schulzentrums. Wichtigstes Ergebnis: Für die IGS wird erstmals ein Einzugsbereich festgelegt, der die Gemeinden Oyten und Ottersberg umfassen soll.

Den kostenträchtigsten Tagesordnungspunkt setzten die Schulpolitiker jedoch gleich zu Beginn wieder ab: die Vorstellung und Beratung der baulichen Pläne zur dringend erforderlichen Erweiterung von Mensa und Küche (wir berichteten). Anfang der Woche hatten die beauftragten Architekten mit Vorlage der Kostenschätzung eine Schockwelle im Rathaus ausgelöst. Die unerwartete Kostenexplosion sprengt die im Gemeindeetat veranschlagten 2 Millionen Euro – was weiterführende interne Planungs- und Abstimmungsgespräche erfordere, wie Schulausschussvorsitzender Siegfried Ukat (SPD) erläuterte. „Wir arbeiten daran mit Hochdruck weiter, aber die Kosten dürfen nicht aus dem Ruder laufen“, so Bürgermeister Manfred Cordes.

Einstimmig befürwortete der Schulausschuss den Antrag der Schule, auch den im Sommer mit den neuen Fünftklässlern startenden dritten IGS-Jahrgang in sechs Parallelklassen führen zu dürfen. Dieses Jahr werden erneut Anmeldungen von bis zu 180 Kindern erwartet. Auch als breiter Unterbau für die später einzurichtende gymnasiale Oberstufe gilt eine Sechszügigkeit als erforderlich.

Der dritte IGS-Jahrgang kann noch im Gebäudebestand untergebracht werden. Für 2015 sind bereits bauliche Erweiterungen avisiert. Jedoch muss jetzt im Sommer ein EDV-Fachraum für allgemeine Unterrichtszwecke umgewidmet werden. Das wird nach einstimmigem Votum im Schulausschuss kompensiert durch die Anschaffung eines weiteren Laptop-Wagens für 18 000 Euro.

Damit Oytener Kinder auf jeden Fall einen Platz sicher haben an der IGS, macht die Gemeinde erstmals von der Möglichkeit Gebrauch, einen Schuleinzugsbereich festzulegen. Der soll auf Empfehlung des Schulausschusses die Gemeinden Oyten und Ottersberg umfassen – eine entsprechende Vereinbarung soll die Verwaltung jetzt mit dem Landkreis schließen. Bislang besteht die Möglichkeit, dass bei mehr als 180 Anmeldungen für einen IGS-Jahrgang in dem dann einsetzenden Losverfahren Oytener Kinder durchs Rost fallen könnten und auf weiterführende Schulen nach Ottersberg oder Achim geschickt werden müssten. Dem beugt die Gemeinde mit der Bildung eines Schulbezirks vor, in den die Ottersberger Kinder gleichberechtigt mit einbezogen werden sollen.

Im jetzigen 5. Jahrgang besuchen 128 Kinder aus Oyten und Ottersberg die IGS. Die restlichen Plätze belegen Achimer Kinder. Nur diese (und alle anderen Kinder aus dem Landkreis, die sich theoretisch an der IGS bewerben können) wären dann künftig von einem möglichen Losverfahren betroffen. Politik und Verwaltung gehen jedoch davon aus, dass in der Regel genug Platz sein wird für alle, die die IGS ansteuern möchten.

Dass die Kombination Oyten-Ottersberg die richtige sei, darin waren sich die Fraktionsvorsitzenden Heiko Oetjen (SPD) und Dr. Kai Grönke (CDU) einig. Als Gründe führten sie die räumliche Nähe und die enge interkommunale Zusammenarbeit bereits auf anderen Gebieten an. Grönke verwies zudem auf die mögliche gemeinsame Schulraumplanung. Dass in Oyten gebaut werde, während es in Ottersberg Leerstand gebe – solche Szenarien gelte es zu verhindern. Diesen Aspekt hob auch Bürgermeister Cordes hervor angesichts der Tatsache, dass es in zehn Jahren 25 % weniger Schüler im Kreis geben werde. Die Entscheidung sei nicht als „Schlagbaum gen Achim“ zu sehen, ergänzte Oetjen. Achimer Kinder seien weiter an der IGS willkommen und gern gesehen.

Nur Grünen-Ratsherr Hubert Dapper stimmte gegen den Bezirk Oyten-Ottersberg; die Grünen favorisierten einen Bezirk Oyten.

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