Projekt gegen Diskriminierung war für Fünftklässler aufschlussreich / Situation im Profisport diente als Beispiel

Schüler zeigen Rassismus die rote Karte

Für unfaires Verhalten gibt es die rote Karte. Und weil Rassismus unfair ist, zeigen die Schüler, was sie davon halten.

Kirchlinteln - (rei) · „Es ist doch voll unfair, fies zu jemandem zu sein, nur weil der anders aussieht oder eine andere Sprache spricht.“ Ganz schnell kam den Fünftklässlern der Schule am Lindhoop in Kirchlinteln diese Erkenntnis. Beim Workshop „Zeig Rassismus die rote Karte“ wurde das Thema Diskriminierung beleuchtet.

„Idee unseres Projekts ist es, die Vorbildfunktion von Profisportlern zu nutzen. Und Ziel ist es, die Kinder für unterschiedliche Formen von Diskriminierung und Rassismus zu sensibilisieren“, erzählt Fabian Will. Gemeinsam mit seinen Kollegen Andreas Hellstab, Silvia Mayer und Isabelle Kalkusch verbringt der Augsburger Politikwissenschaftler gerade eine Woche im Norden. An verschiedenen Schulen in der Region bieten die jungen Leute insgesamt 14 Workshops in nur einer Woche an. Davon profitierten auch die Kirchlintler Schüler. Das Weser-Aller-Bündnis WABE für Demokratie und Zivilcourage bot der Schule am Lindhoop die Möglichkeit, diesen Workshop durchzuführen und finanzierte den Löwenanteil des Angebots.

Das in England gegründete Projekt gibt es bereits seit 14 Jahren. Im Mittelpunkt der Workshops steht der aus England stammende Film „Show Racism the Red Card“. Profifußballer wie zum Beispiel Thierry Henry, Samuel Eto’o und Ryan Giggs schildern darin ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Rassismus und zeigen Wege auf, wie damit umgegangen werden kann. Zusätzlich zum Film gibt es lockere Diskussionsrunden und aufschlussreiche Rollenspiele, in denen sich die Kinder mit den Themen Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzen.

Das Besondere an dem Projekt „Zeig Rassismus die Rote Karte“ sei es, dass mit dem sportlichen Ansatz ermöglicht werde, trotz der eher komplexen Themen auch ganz junge, bildungsferne oder wenig politikinteressierte Kinder zu erreichen. Da auch Profisportler trotz ihrer privilegierten Situation oft genug am eigenen Leib Diskriminierung erfahren, wirke die Integration dieser Vorbilder besonders authentisch auf die Kinder. „Wenn die Kinder verstehen, dass eine Fußballmannschaft immer ein gutes Team sein muss, ungeachtet dessen, welche Religion der einzelne Spieler ausübt oder welche Hautfarbe er hat, dann haben wir schon ziemlich viel erreicht“, erzählt Fabian Will. „Sport ist der Schlüssel zum Verstehen.“

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