Schüler der IGS Oyten besuchen die Notunterkunft in der Uphuser Sporthalle

Das Bewusstsein geschärft

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Zu Besuch bei Flüchtlingen in Uphusen: die IGS-Schüler Cani, Jasmin, Hamed mit Ester Krey (v.l.).

Oyten/Uphusen - Vor allem die Augen der Mädchen leuchten, wenn sie von ihrem Erlebnis berichten. „Es hat voll Spaß gemacht“, sagt Jasmin Avanas. Dabei hatte der Ausflug, den sie mit drei Mitschülern von der IGS Oyten, Hamed Omar, Melda Avanas und Cani Teyyar, und ihrer Lehrerin Ester Krey machte, einen ernsten Hintergrund. Denn das Ziel war die Notunterkunft in der Uphuser Sporthalle.

„Als wir nach Hause gegangen sind, kam ein Mädchen hinterher und hat mir einen Apfel geschenkt“, berichtet Jasmin. Vor allem die Kinder haben sie und ihre Mitschüler berührt. Nicht zuletzt ihretwegen hoffen die Jugendlichen, dass es nicht bei dem einen Besuch bleibt.

Täglich gibt es neue Nachrichten zur Flüchtlingssituation. Selbst Nicht-Zeitungsleser und Wenig-Fernseher können sich dem kaum entziehen. Kein Wunder also, dass das Thema auch Jasmin (14), Hamed (12), Melda (13) und Cani (13) umtreibt.

Immer wieder diskutierten die Teenager im Unterricht von Ester Krey darüber. Dabei stellte die Lehrerin fest, dass das vermeintliche Wissen ihrer Schüler vielfach auf Hören-Sagen beruht. „Ich wollte das Bewusstsein schärfen“, erklärt sie ihre Bemühungen um den Besuch. Gleichzeitig sei bei den Jugendlichen der Wunsch entstanden zu sehen, wie die Flüchtlinge leben.

Nach ein paar Telefonaten, unter anderem mit dem Roten Kreuz, war der Besuch schließlich abgemacht. „Die haben uns alle angeguckt“, beschreibt Jasmin den ersten Moment beim Betreten der Halle. Einige mitgebrachte Bonbons halfen vor allem bei den Kindern, das Eis zu brechen. Cani hatte außerdem ein paar kleine Plakate mit „Sêr xêrêbê hûn hatinê“ (Willkommen in Deutschland) mitgebracht und aufgehängt. Auch das baute Hemmschwellen ab.

Dass Ester Krey sich gerade mit Cani, Melda, Hamed und Jasmin auf den Weg machte, hatte ganz praktische Gründe: Die vier haben kurdische beziehungsweise arabische Wurzeln und sind zweisprachig aufgewachsen.

Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Vor allem Hamed sei als Dolmetscher gefordert gewesen, berichtet Ester Krey, die sich freut, wie sehr der Zwölfjährige an dieser Aufgabe gewachsen ist. Eine Mutter habe Hustensaft für ihr Kind benötigt und Pampers „Größe 4“, ergänzt Hamed grinsend. Ohne seine Sprachkenntnisse hätte die Frau ihr Anliegen wesentlich schwerer vorbringen können.

Wo auch Hamed nicht mehr helfen konnte, ersetzten die Hände die Sprache. Und Papier und Stift. Voller Wissbegierde forderten Jung und Alt immer neue Listen mit deutschen Wörtern, um diese abzuschreiben und sich in der Aussprache zu versuchen.

Am Ende sei sie überrascht gewesen, wie normal der Umgang ihrer Schüler gerade mit den Altersgenossen, die in Uphusen untergebracht sind, gewesen sei, berichtet Ester Krey. „Jugendliche sind überall gleich“, stellt die Lehrerin fest und fügt schmunzelnd hinzu, dass sie sich in der Runde plötzlich am fremdesten gefühlt habe.

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