Schul-AG besuchte regelmäßig proSenium-Bewohner

Die Schüchternheit legte sich schnell

Trafen sich jetzt ein letztes Mal im proSenium: (von rechts) Hildegard Böschen, die Ottersberger Schülerinnen Annika Meyer und Kim Lohmann, Margarete Rischmann und Betreuungskraft Franziska Weiß.

Ottersberg - · Eigentlich hatten Annika und Kim schon schulfrei, aber einen letzten Besuch bei den Senioren, um Tschüs zu sagen und nochmal zusammen Kaffee zu trinken, ließen sich die beiden Mädchen nicht nehmen... Gemeinsam mit neun weiteren Fünft- und Sechstklässlern der Wümmeschule waren Annika und Kim seit Februar jede Woche einen Nachmittag ins Wohn- & Pflegezentrum proSenium in Ottersberg gekommen, um die Bewohner zu besuchen und zu unterhalten. Dieses im Rahmen einer schulischen Arbeitsgemeinschaft.

Die Schulkinder hatten diese eher ungewöhnliche AG mit Bedacht und Interesse gewählt. „Schon beim ersten Kontakt wurde deutlich, dass die Kinder hochmotiviert waren, den bei uns wohnenden alten Menschen helfen zu wollen“, erinnert sich Dipl.-Kunsttherapeutin Franziska Weiß, die als Betreuungskraft im proSenium Ansprechpartnerin für die Schüler-AG war und die ersten Begegnungen begleitete.

Die Fünft- und Sechstklässler bekamen jeweils zu zweit oder dritt einen Bewohner „zugeteilt“, der sich immer schon auf den jungen Besuch freute. „Die anfängliche Schüchternheit der Kinder legte sich schnell und bald war klar, was man gemeinsam unternehmen konnte“, schildert Franziska Weiß. Am beliebtesten waren Gesellschaftsspiele, Basteln und, als es endlich wärmer wurde, die Spazierfahrten mit dem Rollstuhl auf dem schönen Gelände direkt an der Wümme. Nach den Osterferien dann bewegten sich die Schülerinnen und Schüler schon ganz selbstverständlich in der Einrichtung und wurden meist voll Vorfreude erwartet.

Mit dem Schuljahr ging auch diese AG zu Ende. Abschließend erzählten die Kinder, dass sie hier viel gelernt hätten und sich im Umgang mit alten Menschen nun sicherer fühlen würden. Die größte Erfahrung einer Schülerin war, „dass man auch mit Menschen, die im Kopf oder körperlich nicht mehr so fit sind, noch viel unternehmen kann“.

Und die Bewohner, sie sind nun gespannt, ob im nächsten Schuljahr eine neue AG zu ihnen ins proSenium kommen will...

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