„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Dörverden: Titelverleihung mit Kultusministerin Heister-Neumann

„Es ist schön, etwas bewegt zu haben“

Sündermann und Heister-Neumann sprangen für den Klavierspieler ein: Gar nicht schlecht.

Dörverden - Von Erika Wennhold · Der Klavierspieler fiel aus, dennoch gab es Musik in der Mensa des Dörverdener Schulzentrums. Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann stimmte – nicht untalentiert – mit Schulleiter Heinz-Hermann Sündermann das Lied „Wir sind die Niedersachsen“ an und gab der Titelverleihung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ganz spontan einen feierlichen Touch.

Die Kultusministerin hatte unübersehbar gute Laune. Zu Recht, denn das Engagement der Schülerinnen und Schüler am Schulzentrum wurde nicht nur von ihr, sondern ebenso von der Bundeskoordinatorin Samira Mahmud als beispielhaft gelobt. „Das Schild, das ihr nun vor eure Schultür stellen werdet, sagt aus, dass ihr couragiert seid.“

Aber nicht nur das. Der Titelverleihung vorausgehen muss eine intensive Ausein andersetzung mit dem Thema Rassismus. In Döverden drängte sich Auseinandersetzung geradezu auf, nachdem Rechtsextremist Jürgen Rieger den Heisenhof gekauft hatte, um dort ein rechtsextremes Zentrum einzurichten und plötzlich dessen Anhänger vor den Schultoren standen, um mit CDs beziehungsweise Flugblättern für die NPD zu werben. Schulleiter Hans-Jürgen Sündermann: „Wir haben dafür eine braune Tonne auf den Schulhof gestellt.“

Unter der Leitung von Lehrer Jörg Suckow fanden von nun an Projekte an der Schule statt, darunter Gespräche mit Zeitzeugen, um das

Sündermann und Heister-Neumann sprangen für den Klavierspieler ein: Gar nicht schlecht.

Thema Rechtsextremismus aufzuarbeiten. Zukünftige Projekte könnten aber auch den Islamismus zum Schwerpunkt haben könnten. So stellte es sich Samira Mahmud vor, die zur Auszeichnung der 100. Schule in Niedersachsen und der 683. bundesweit gratulierte. Die Ehrengäste aus Berlin und Hannover wünschten sich überdies, dass engagierte Paten wie Ulf Dieckhoff und Annika de Buhr den Schülerinnen und Schülern weiterhin zur Seite stehen werden. Dieckhoff hatte den Unsinn „Diskriminierung“ sehr schön mit einer Reise in die Vergangenheit beschrieben: „Dörverden war mal schwedisch, später französisch“ und beendete seine Rede mit dem Fazit: „Nur Hunde sind reinrassig, mir sind die Mischlinge jedoch lieber.“

Wie bunt es an der Schule zugeht, bemerkten die Gäste bereits bei der Begrüßung, die Kaan, Paulina, Toni, Muhamed, Eleonora, Leonardo und Tamara in türkisch, kroatisch, polnisch, serbisch, rumänisch, russisch, französisch, kurdisch, englisch und deutsch sprachen. Ein Zwischenruf „Deutsch sprechen!“ war an dieser Stelle nicht nur unpassend, sondern verdeutlichte, dass es immer noch viel zu tun gibt – auch wenn das Schulzentrum Elisabeth Heister-Neumann so gut gefiel, dass sie sich viel Zeit nahm und ermunterte: „Wenn ihr auf Vorurteile trefft, geht hin und stellt Fragen. Macht den Mund auf, schweigt nicht.“

Stellvertretend für alle anderen blickten die Schüler Jaqueline Maaßen, Gürsel Burse und Maike Riewe auf die Projekte zurück und fassten zusammen: „Es ist schön etwas bewegt zu haben, etwas das Zukunft an dieser Schule haben wird.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Wie fahrradfreundlich ist Deutschland?

Wie fahrradfreundlich ist Deutschland?

Sido-Konzert im ausverkauften Pier 2

Sido-Konzert im ausverkauften Pier 2

Was Hunde im Alter brauchen

Was Hunde im Alter brauchen

Geld aus Rom: Notstand für Venedig beschlossen

Geld aus Rom: Notstand für Venedig beschlossen

Meistgelesene Artikel

Stimmungsvolle Dekorationsideen

Stimmungsvolle Dekorationsideen

Umbau der B215 in Walle - es geht gut voran

Umbau der B215 in Walle - es geht gut voran

Kreisarchäologie kann Fund aus Achim datieren: „Diese Runen sind ein Knaller“

Kreisarchäologie kann Fund aus Achim datieren: „Diese Runen sind ein Knaller“

Lehrer für „Wegweisendes Projekt“ ausgezeichnet

Lehrer für „Wegweisendes Projekt“ ausgezeichnet

Kommentare