Harte Strafe für 24-Jährigen / Keine Tötungsabsicht

Schildwerfer muss ins Gefängnis

Kirchlinteln - (wb) · Weil er nachts ein Straßenschild samt Eisenstange und Kunststoffuß über ein Brückengeländer auf die Autobahn 27 geworfen hat, muss ein 24 Jahre alter Mann aus Mecklenburg-Vorpommern für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Der Angeklagte habe sich damit eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr schuldig gemacht, urteilte die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Verden am Freitag. „Dieses Geschehen erfordert eine harte Strafe, um zu zeigen, dass so etwas nicht geschehen darf“, betonte der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk in der Urteilsbegründung.

Der Vorfall hatte sich am 9. September 2009, gegen 3.20 Uhr, im Bereich der Kreisstraße 13 zwischen Neddenaverbergen und Kükenmoor ereignet. Wie auch schon bei der Polizei, hatte der damals noch als Melker auf einem Kükenmoorer Bauernhof beschäftigte Mann vor Gericht die Tat eingeräumt. Er habe gewollt, dass „jemand gegen das Schild fährt und mehrere Autos in einen Unfall verwickelt werden“. Nicht gewollt habe er, dass jemand dabei verletzt oder getötet wird.

Ein Sachverständiger, der den Angeklagten nach dem ersten Verhandlungstag begutachtet hatte, war zu dem Schluss gekommen, dass die Steuerungsfähigkeit des Angeklagten zum Tatzeitpunkt erheblich beeinträchtigt war. Seine Freundin habe per SMS mit ihm Schluss gemacht, hinzu kämen eine verminderte Intelligenz, Defizite in der emotionalen und psychosozialen Entwicklung sowie eine Alkoholisierung, die zwischen 0,5 und 1,0 Promille gelegen haben dürfte. Der 24-Jährige lebe gewissermaßen in seiner eigenen Welt, ohne Zeitung und ohne Fernsehen. „Er kennt Ballack und weiß, dass Frau Merkel Bundeskanzlerin ist, aber an allem, was darüber hinausgeht, hat er kein Interesse“, so der Sachverständige. Da passe es ins Bild, dass er von dem tödlichen Holzklotzwurf 2008 in Oldenburg nichts wusste. Weil eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags in Betracht gekommen war, hatte das Amtsgericht den Fall an das Landgericht abgegeben. In diesem speziellen Fall könne man dem Angeklagten glauben, dass er nur einen Unfall wollte, ohne dass jemand verletzt wird oder zu Tode kommt, sagte Staatsanwältin Regina Steinebach.

Das Gericht berücksichtigte, dass der 24-Jährige das Schild von der Brücke warf, als kein Auto kam. Es landete auf dem Mittelstreifen und konnte von mehreren Autofahrern umfahren werden. Ein Mann aus Stuhr war beim Ausweichen in die Leitplanke gerutscht. Er wurde nicht verletzt, aber an seinem Geländewagen entstand ein Schaden von rund 13 000 Euro. Dieses und weitere Autos hatte der Angeklagte zudem mit Bierflaschen beworfen.

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