Schaden an der Oberspannungsleitung: 420 Menschen sitzen in Zügen fest

ICE stoppt bei Diensthop

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Blauer Engel: Mit einer Diesellok wurde der ICE abgeschleppt.

Dörverden - Eine Diesellok als Abschlepphilfe beendete einen ungewöhnlichen Feuerwehreinsatz am späten Sonnabendnachmittag in Diensthop. Nach einem Schaden an der Oberspannungsleitung waren zwischen Eystrup und Dörverden drei Fernzüge liegengeblieben. Von rund 1000 Fahrgästen saßen etwa 420 Menschen in Diensthop kurz hinter dem Bahnübergang fest und wurden von den Feuerwehren Barme, Stedorf und Dörverden betreut.

„Noch lachen wir“, sagte eine Frau, die mit ihrer Familie auf dem Weg nach Sylt war. An dieser positiven Grundstimmung soll sich im Laufe des etwa zweieinhalbstündigen Feuerwehreinsatzes nichts geändert haben. „Die Leute im Zug sind ganz ruhig geblieben. Es gab keine Hektik“, sagte später Einsatzleiter Jörg Block.

Die Fahrgäste des ICE von München nach Hamburg sollten möglichst nicht aussteigen. Einige taten es dennoch und ließen sich von Familie oder Freunden abholen. Mops Carlos wurde zur Verrichtung seiner Notdurft von einem Feuerwehrmann ins Grüne geführt.

Um einiges zurückgeworfen haben dürfte der Zwischenstopp die feierfreudigen Mitglieder einer Burschenschaft bei Regensburg. Hamburg war ihr Ziel. Ralf Dieckhoff vom Dörverdener Getränkemarkt brachte zwar 30 Getränkekisten. Allerdings nur Mineralwasser.

Im Einsatz waren an der glücklicherweise gut zugänglichen Einsatzstelle rund 55 Kameraden. Zeitweise weitere Kräfte der Stützpunktfeuerwehr Dauelsen. Außerdem waren Bundespolizei und Beamte der Verdener Polizei sowie mit drei Fahrzeugen das DRK vor Ort. Die Sanitäter mussten nur kurzzeitig eine Person versorgen.

Bürgermeister Alexander von Seggern, ebenfalls vor Ort, hatte bereits erste Maßnahmen getroffen, um im Falle einer Evakuierung die Aller-Weser-Oberschule in Dörverden nutzen zu können. Doch dazu kam es Dank des in diesem Fall „blauen Engels“ nicht. Vor Ort hieß es, dass die Diesellok den ICE bis nach Verden schleppen werde. Laut einer Bahnsprecherin konnte der Zug ab Dörverden eigenständig die Fahrt fortsetzen.

Bei allem Pech war für die Bahnreisenden in diesem Zug noch Glück im Spiel. Die Reisenden aus einem ICE mit gleicher Fahrtrichtung wurden der Sprecherin zufolge mit Bussen nach Verden gefahren. Fahrgäste aus einem ICE, der von Hamburg auf dem Weg nach München war, seien mit Bussen zum Nienburger Bahnhof gelangt.

Wegen eines Personenunfalls im Bereich Celle seien die Züge auf die Strecke Hannover – Bremen umgeleitet worden. Was Ursache des Oberleitungsschadens war, konnte die Bahnsprecherin nicht sagen. Ab 18 Uhr sei ein Gleis und ab Mitternacht die gesamte Strecke wieder komplett frei gewesen.

wb

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