Bilderschau „Im Lichte Fischerhudes“

Sammler Stock öffnet seine Schatzkammer

Wolf-Dietmar Stock, hier vor dem „Lichtstrahl“ von Heinrich Breling (um 1900), strahlte angesichts des großen Publikumsinteresses an seiner Sammlung. ·
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Wolf-Dietmar Stock, hier vor dem „Lichtstrahl“ von Heinrich Breling (um 1900), strahlte angesichts des großen Publikumsinteresses an seiner Sammlung. ·

Fischerhude - „Im Lichte Fischerhudes“ heißt die frisch eröffnete Frühjahrsausstellung des Kunstvereins Fischerhude in Buthmanns Hof, die bis zum 10. Juni die Schätze aus der Privatsammlung des Vorsitzenden Wolf-Dietmar Stock zeigt. Zu sehen sind Bilder namhafter Fischerhuder Künstler, von Breling, Rohmeyer, Haake, Westhoff und Schilling bis hin zu Kunstschaffenden der Gegenwart. Rund 70 Gemälde und Grafiken umfasst die private Schatzkammer von Stock, der in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag feiert und sich mit der einmaligen Bilderschau selbst sein größtes Geschenk macht.

Landschaften, Portraits, Stillleben und dörfliche Ansichten in den unterschiedlichsten Formaten befinden sich darunter. Sie wurden in jahrzehntelanger Sammelleidenschaft zusammengetragen. Viele Bilder, wie „Der Lichtstrahl“ von Heinrich Breling, gemalt um 1900, sind der Öffentlichkeit aus themenbezogenen Präsentationen bekannt, andere waren noch nie ausgestellt. Helmuth Westhoffs Bildnis von Ruth Rilke (um 1910) und das seiner Schwester Clara Rilke-Westhoff (um 1920) sind Gemälde, die als Glanzstücke der Sammlung gelten.

Nach Begrüßungsworten von Bürgermeister Horst Hofmann führte Kunsthistorikerin Petra Hempel bei der Ausstellungseröffnung in die Bilderschau ein, die sie selbst zusammen mit Wolf-Dietmar Stock konzipiert und aus dem großen Angebot zusammengestellt hat. In ihrer charmant-humorvollen Art ging Hempel auf die Leidenschaft des Sammelns ein und zitierte Marc Chagall, der einen echten Sammler an dem erkannte, worüber der sich freute, nicht an dem, was er besaß. Wolf-Dietmar Stock, so führte Petra Hempel aus, sei ein Sammler, der nicht heimlich seine privaten vier Wände schmücken wolle. Er mute seinen Bildern ein Nomadenleben zu, weil er mit Ausstellungen in öffentlichen Räumen Aufmerksamkeit und Wertschätzung für die hiesige Kunst wecken wolle. So hauche er der künstlerischen Vergangenheit Fischerhudes neues Leben ein. Die zum Teil alten Gemälde verstorbener Künstler fänden sich bei Stock neben denen zeitgenössischer Maler wieder, welche jetzt in der selben Region eine neue Generation darstellten.

Stock sei durchaus als Wiederentdecker des Künstlerdorfes anzusehen und gleichzeitig als Bewahrer, so Hempel. Als Verleger bringe er Bücher über das Leben von Menschen heraus, die, wie der Maler Hans Buch einmal formulierte, ohne Eitelkeit und kaufmännische Möglichkeiten künstlerisch hart in dieser Dorf arbeiteten.

Der Sammler Stock wurde zum Mitbegründer des Kunstkreises Fischerhude, der zunächst in seine zur Galerie umgebaute Remise einzog. Die Freude an Fischerhuder Kunst weitete sich aus. Schließlich wuchs der Kunstkreis zum Kunstverein, der heute mit der aktuellen Ausstellung Gastgeber für die Sammlung seines Vorsitzenden ist.

Die bemerkenswerte Entwicklung der Fischerhuder Kunst in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, ist nach Hempels Worten das große Anliegen Stocks, der auch selbst als Maler Ansehen genießt.

Stocks Ankündigung, dem Kunstverein seine private Sammlung als Dauerleihgabe zur Verfügung zu stellen, wurde von vielen Besuchern mit großer Freude aufgenommen. · kr

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