Wasserschutzpolizei bereitet Freizeitskipper auf die neue Saison vor

Die rote Flagge darf nicht fehlen – für Notfälle

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Holger Knauer (re.) von der Wasserschutzpolizei Bremen war jetzt bei den Bootsfahrern vom „Drosselhof“ zu Gast. ·

Hagen-Grinden - Jens Becker vom „Drosselhof“ in Hagen-Grinden hatte zu einer Informationsveranstaltung über die Sicherheit auf dem Wasser eingeladen und viele Interessierte kamen, denn Holger Knauer und Jens-Ole Vierkötter von der Dienstgruppe Sportschifffahrt der Wasserschutzpolizei Bremen waren die Referenten.

Vor Beginn der Yachtsaison wollten die Freizeitskipper und andere interessierte Bürger hören, was etwa beim Kauf eines Sportbootes zu beachten ist und was sonst alles zu berücksichtigen ist.

Holger Knauer informierte über die neuen Führerscheinfreigrenzen, die im Oktober vergangenen Jahres in Kraft getreten sind. Die Führerscheinfreigrenze wurde in der Sportschifffahrt für den See- und Binnenbereich von bisher 3,68 kw (5 PS) auf 11,03 kw (15 PS) erhöht. Zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzungen für Sportboote, die künftig ohne Führerschein geführt werden können, wurden nicht eingeführt.

Für die Führerscheinfreiheit bei motorisierten Sportbooten bis 11,03 kw gilt künftig: Im Binnenbereich dürfen Personen ab 16 Jahren Sportboote bis zu einer Länge von 15 Metern führerscheinfrei fahren, sofern die Nutzleistung der Antriebsmaschine nicht mehr als 11,03 kw (15 PS) beträgt und keine gewerbsmäßige Nutzung stattfindet.

Keine Regel ohne Ausnahmen – und die gilt in diesem Fall für die europäische Wasserstraße Rhein. Hier gilt die neue Freigrenze aufgrund internationaler Vorgaben nicht, für den Rhein kann derzeit keine Ausnahme von der Fahrerlaubnispflicht gewährt werden.

Im Seebereich dürfen wie bislang altersunabhängig Sportboote bis zu einer maximalen Nutzleistung von 3,68 kw (5 PS) ohne Sportführerschein geführt werden, so lange keine gewerbliche Nutzung vorliegt. Bei einer Nutzleistung von 3,68 kw bis 11,03 kw muss der Schiffsführer auch im Seebereich mindestens 16 Jahre alt sein, um ein Sportboot zu privaten Zwecken führerscheinfrei führen zu können. Eine Längenbegrenzung für Sportboote gibt es weiterhin nicht.

Knauer und Vierkötter berichteten auch, wie die Wasserschutzpolizei eine standardisierte Sportboot-Kontrolle durchführt. Dabei wird zunächst die Papierlage geprüft, also ob die Befähigung zum Fahren mit dem Sportboot vorliegt und ob die Urkunden vorgelegt werden können.

Dann gingen sie der Frage nach, was an Bord gehört, die Beamten widmeten sich aber auch der Törnvorbereitung und das Verhalten bei Notfällen an Bord.

Die Sicherheitsausrüstung wurde vorgestellt und die Notzeichen erläutert. Neben Rettungswesten, Rettungskragen und Rettungsleine gehört auch der Rundfunkempfänger für Wetterberichte zur Ausrüstung, aber auch Feuerlöscher, eine Löschdecke und eine Erste Hilfe-Ausrüstung.

Geprüft wird bei Kontrollen auch, ob das Sportboot einen Anker mit ausreichend langer Kette und eine Schleppleine besitzt.

Wichtig sind für den Sportbootfahrer auch ein Fernglas, Werkzeug und Ersatzteile für den Motor sowie Kraftstoffreserven. Für den Fall der Fälle darf an Bord auch nicht die rote Flagge fehlen – als Kennzeichnung bei Manövrierunfähigkeit in der Binnenfahrt.

Die beiden Referenten wiesen ausdrücklich darauf hin, dass ein Schiffsführer für Schiff und Besatzung verantwortlich ist. Zum Schluss erläuterten sie noch das MARPOL-Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe. · hu

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