Vortrag im Rathaus: Produkte aus Bambus werden in Niedersachsen gefertigt

Rohstoff für Bier und Textilien

Referent Rolf Warns sprach über die Einsatzmöglichkeiten des schnell nachwachsenden Rohstoffs. ·
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Referent Rolf Warns sprach über die Einsatzmöglichkeiten des schnell nachwachsenden Rohstoffs. ·

Achim - Die Hauptquelle des Westens für Bambus und daraus hergestellte Produkte ist nach wie vor die Volksrepublik China. Allerdings werden seit neuestem Erzeugnisse aus der Nutzpflanze auch in Niedersachen produziert. Seit April dieses Jahres stellen Unternehmen aus der Region marktfähige Artikel aus importiertem Bambus für den Innen- und Außenbereich her.

Vor kurzem referierten Jürgen Schönberger, Vorsitzender des Bambus Technologie Netzwerks (BTN), und Rolf Warns, Geschäftsführer von Rommerskirchen Pur Tec, vor etwa zwanzig Zuhörern im Achimer Rathaus über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Pflanze in Handwerksbetrieben und in der Industrie.

„Bambus ist die am schnellsten wachsende Pflanze der Welt und daher in Sachen Nachhaltigkeit unschlagbar“, informierte Schönberger. Unter optimalen Bedingungen kann das Gewächs, das zur Gattung der Süßgräser gehört, innerhalb von 24 Stunden bis zu einem Meter in die Höhe schnellen. Normal sind allerdings nur zehn bis dreißig Zentimeter. Nach ungefähr 36 Tagen haben die Triebe ihre Endhöhe erreicht und fangen an zu verholzen. In der Regel wird der Bambus vier Jahre später abgeerntet.

„Eichen brauchen im Vergleich dazu, bis sie gefällt werden können, sehr viel länger“, erklärte Schönberger. Der Verein BTN mit Sitz in Achim und seine Mitgliedsfirmen und -institutionen hätte sich daher zum Ziel gesetzt, Bambusprodukte in Deutschland und Europa gesellschaftsfähig zu machen. Bisher stelle die Beschaffung des Rohstoffes jedoch eine große Schwierigkeit dar. „Noch sind wir vom chinesischen Markt abhängig“, so der Fachmann. Allerdings würden er und seine Mitstreiter mit Hochdruck nach Alternativen suchen. In Äthiopien wachse die Pflanze beispielsweise auch hervorragend. Grundsätzlich könne Bambus in der gemäßigten Klimazone, also in Deutschland, angebaut werden. In diesem Fall würden die Erträge jedoch weit hinter denen der Tropen und Subtropen liegen. Darum solle das Material weiterhin in die Bundesrepublik eingeführt und dort verarbeitet werden.

„Hier können wir kontrollieren, welche Chemikalien zur Behandlung des Bambus eingesetzt werden“, berichtete Warns, der zudem darüber Auskunft gab, dass die Pflanze sehr gut als Holzersatz diene. Die Produkte seien sehr flexibel, hart wie Stahl, und widerstandsfähig gegen Feuer und Chemikalien. Folglich könne das bearbeitete Gewächs sehr gut beim Bau von Häusern, Carports, Zäunen, Toren, Beschattungssystemen und Wand-Elementen verwendet werden. „Bambus ist ein sehr wertvoller Rohstoff, aus dem sogar Textilien, Bier und Zahnpasta hergestellt werden“, erzählte Warns. · as

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