Agentur: Weniger Bewegung in 2012 / ALV: Mehr Vermittlungen

Robuster Arbeitsmarkt

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Saisonbedingt stieg die Arbeitslosigkeit im Kreisgebiet leicht an.

Landkreis - „Die große Krise ist ausgeblieben“, fasst Joachim Duensing die Arbeitsmarktentwicklung im vergangenen Jahr zusammen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden berichtete gestern von einem robusten Markt und stabilen Verhältnissen im Kreisgebiet.

So stabil aber auch, dass nach dem Superjahr 2011 die Dynamik in den zurückliegenden Monaten tendenziell einer Stagnation gewichen sei.

Wenig Bewegung am Markt, wenig Entlassungen, aber auch kaum Einstellungen hätten die Entwicklung 2012 beruhigt, stellte Duensing fest. Und obwohl der Landkreis Verden im Dezember als einziger in Niedersachsen eine Abnahme der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr vorweisen kann, ist von Euphorie beim Behördenleiter nicht viel zu spüren. „Wir können mit den Zahlen leben, aber die zweite Jahreshälfte erweist sich im Vergleich zur ersten als schlechter.“

3864 Menschen waren im Dezember arbeitslos gemeldet. 22 weniger als Ende 2011, aber 37 mehr als im November des ausgelaufenen Jahres. So stieg die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat auch von 5,4 auf 5,5 Prozent an. Hintergrund sind die üblichen Freisetzungen in der Land- und Forstwirtschaft und im Baugewerbe. „Witterungsbedingt und saisonal geprägt also“, sagte Duensing.

Dabei sei der Anteil der Kundschaft der Arbeitsagentur deutlich stärker betroffen gewesen, als die langzeitarbeitslosen Klienten des Jobcenters beim Landkreis. Die stellvertretende Leiterin des Fachdienstes Arbeit, Petra Schütte, konnte berichten, dass seit November die Zahl der Arbeitslosen im Bestand der kommunalen Anstalt Arbeit im Landkreis Verden (ALV) gerade mal um einen Klienten gewachsen ist.

Übers Jahr gesehen sei nicht nur die Zahl der Arbeitslosen in deren Zuständigkeitsbereich um 250 zurückgegangen. Mit 3917 seien auch 101 weniger Bedarfsgemeinschaften im Leistungsbezug. Die Gesamtzahl der Leistungsberechtigten sank von 5644 stetig im Lauf des Jahres auf 5418 im Dezember.

„Der Arbeitsmarkt war aufnahmebereiter als in früheren Jahren“, war die Erklärung von Petra Schütte. 2090 Klienten seien im vergangenen Jahr in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt worden. Sogar noch 75 mehr als 2011.

So sei denn auch die zusammengekürzte Finanzausstattung der ALV für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen im vergangenen Jahr nicht so stark ins Gewicht gefallen. Dabei seien weniger Klienten qualifiziert worden. Und auch in diesem Jahr muss das Jobcenter mit weiteren Kürzungen, immerhin 600 000 Euro, zurechtkommen. · kle

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