40 Jahre lang öffentlich nicht zugänglich gewesen / Neuaufstellung am Karl-Hatzky-Weg

Die Ritter kommen zurück

Der Torbogen des Syndikatshauses mit den beiden Pfeilern, in die die Ritter eingearbeitet waren.

Verden - Von Jürgen SiemersIm Zuge des neu trassierten Karl-Hatzky-Weges, der nun an der Südseite des Stadtkirchenzentrums vorbei zum Parkplatz an der Reeperbahn führt, erhalten die zwei historischen Ritter der Vorderstadt Verden, die seit etwa 1970 auf den verschiedenen Bauhöfen der Stadt weilten, am oberen Teil des Weges endlich einen neuen Standort. Sicher sind sie einigen Verdenern unbekannt, sie waren 40 Jahre nicht öffentlich zugängig gewesen.

Nach diesen beiden Gewappneten trägt die Ritterstraße ihren Namen, auf dem Schillingsplan der Stadt Verden von 1728 ist diese Straße bereits namentlich eingezeichnet.

Woher die beiden Ritter, im Hochrelief aus Stein gehauen, stammen, ist nicht genau bekannt. Wohl vage ist die Annahme, dass sie einst das 1476 vom Bischof Barthold von Landesbergen (1470 bis 1502) gegründete Augustinerinnenkloster bewacht haben.

Das Kloster, Größe und genaue Bauzeit ist nicht bekannt, hatte seinen Platz auf dem heutigen Norderstädtischen Marktplatz, der nach Westen von der Stadtmauer begrenzt war. Durch gedankliche Verlängerung der Straße Hinter der Mauer, ist der Verlauf der Mauer nachzuempfinden. Mit Einführung der Reformation wurde das Kloster aufgegeben und abgerissen. Bischof Philipp-Sigismund (1586 bis 1623) schenkte 1592 seinem Kanzler Hermann Niger das Klostergrundstück, auf dem sich der Kanzler sehr bald ein prächtiges Haus, das heutige Syndikatshaus, bauen ließ.

Das Haus besaß ursprünglich im Westflügel eine Durchfahrt, die von der Hofseite erkennbar ist. Deren Torbogen an der Straßenseite wurde von zwei Pfeilern getragen, an denen die fast lebensgroßen, mit Hellebarden, Schwertern und Dolchen ausgerüsteten, mit Helm und Harnisch gekleideten Ritter eingearbeitet sind. Als um 1870 die Vorderseite des Hauses erneuert wurde, kamen die Pfeiler mit den Rittern an die im rechten Winkel zum Hause einstige Gartenmauer an die Ritterstraße. Dazu kam noch das Fragment eines Kamins, heute im Domherrenhaus. Als der Garten verkauft und mit einem Warenhaus bebaut wurde, gerieten die Wächter, beide halten abwartend die rechte Hand auf dem Rücken, bis jetzt in die städtische Obhut.

Wenn sie um 1600 vom Kanzler Niger in Auftrag gegeben worden sind, dann wären sie etwa 410 Jahre alt, aber standen sie vielleicht doch vor der Klosterpforte, dann blicken sie auf ungefähr 530 Jahre zurück. Da sie keine Papiere haben, ist ihr Alter unbestimmt.

Sie sind restauriert worden und werden nach Auskunft des Amtes für Straßen und Stadtgrün im September der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

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