Schwierige Bahnbrücken-Demontage: Auch Kran fasst Koloss nicht auf Anhieb

Riesiges Sägeblatt verhakt sich am Stahlbetonträger

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Eine Fachkraft der Abbruchfirma aus Berlin rückte den Längsträgern in eisiger Kälte mit einer Spezialstahlbetonsäge zu Leibe.

Achim - In einem Jahr soll die neue Bahnbrücke an der Borsteler Landstraße befahrbar sein. Doch bis dahin sind noch eine Menge Lasten zu stemmen und manche Hürden zu meistern.

Als es am vorigen Wochenende nächtens daran ging, die 16 tonnenschweren Stahlbetonträger der alten Überführung zu demontieren, „gab es Probleme“, berichtete Steffen Zorn, Leiter des Fachbereichs Grundstücks- und Gebäudeverwaltung bei der Stadt, gestern bei einem Pressegespräch an der Baustelle.

Zunächst habe sich der am Sonnabend für Mitternacht geplante Beginn der Arbeiten etwas verzögert, „weil noch ein verspäteter Zug durchgelassen werden musste“. Nachdem danach die Deutsche Bahn die Strecke Bremen – Hannover für den Zugverkehr bis zum Sonntagmorgen gesperrt hatte, der Strom aus der 15 000-Volt-Leitung genommen und der Gleisstrang unter der Brücke mit Schutzfolie abgedeckt worden war, konnte die Firma Bavaria Betonbohr & Sägetechnik aus Berlin mit ihrem schwerem Gerät „endlich oben loslegen“.

Doch auch da lief nicht alles glatt. Das Vorhaben, zunächst einen der äußeren Längsträger nach bereits vorher erfolgten Einschnitten endgültig von der benachbarten Strebe zu trennen, verlangte den Beteiligten eine Geduldsprobe ab. Die Spezialstahlbetonsäge habe sich mit ihrem metergroßen Sägeblatt immer wieder am Träger verhakt, beobachtete Zorn, der in der Nacht vor Ort war.

Als das Durchsägen des Bewährungsstahls dann doch irgendwann geklappt hatte, gestaltete sich der Transport des Kolosses schwierig. Der Riesenkran bekam den Stahlbetonträger nach Angaben von Zorn nicht richtig zu fassen. Erst durch das Lösen oder Verschieben von Spanngurten habe es funktioniert. Dass die am Kran hängende Last statt der angenommenen 25 Tonnen tatsächlich 33 Tonnen ausgemacht habe, sei noch erschwerend hinzu gekommen.

Doch nachdem all diese Hürden genommen waren, kamen die Arbeiten bei Schnee, Eis, Kälte und Dunkelheit gut voran. In der selben Nacht und in der zu Montag wurden insgesamt 8 der 16 quer hoch über den Gleisen liegenden Stahlbetonträger zerlegt und weggeschafft.

Die restliche Hälfte dieser tragenden Stränge für die Straßenbrücke über die Bahnstrecke hinweg will das Berliner Unternehmen möglichst am übernächsten Wochenende beseitigen. Bis Ende Februar soll der gesamte Abbruch fertig sein.

Für März sehe der Zeitplan die Ausschreibung für die neue Brücke vor. Mit deren Einbau können allerdings nicht vor September begonnen werden, informierte Steffen Zorn. „Denn für das Sommerhalbjahr hat die Bahn uns keine Streckensperrungen erlaubt. Wenn Achim dichtgemacht wird, hat das ja große Auswirkungen auf den Bahnverkehr im Norden.“ · mm

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