In den Windparks Beppener Bruch und Blender wollen Unternehmen Altanlagen durch 150 Meter hohe Rotorentürme ersetzen

„Riesenspargel“ deutlich leistungsstärker

Im Windpark Beppener Bruch stehen 120 Meter hohe Windkraftanlagen. Neue sollen 30 Meter höher werden.

Thedinghausen - THEDINGHAUSEN / BLENDER (mm) · Viel Wind macht die Absicht, neue Windkraftanlagen in die Landschaft zu stellen, bei der Bevölkerung offenbar nicht mehr. Mobilisierten derartige Pläne vor Jahren noch massenweise Menschen, die „hässliche Türme“, Rotorengeräusch und Schattenwurf nahe ihrer Behausungen befürchteten und verhindern wollten, so blieben die Kommunalpolitiker und Planer am Donnerstagabend bei der Infoveranstaltung zum „Repowering“ der Windparks im Beppener Bruch und in Blender nahezu unter sich.

„Kaum ein Bürger da – das Thema Windkraft scheint nicht mehr die große Brisanz zu haben“, stellte Samtgemeinde-Bürgermeister Gerd Schröder bei der Zusammenkunft in der Beppener Schützenhalle fest. Gemeinsam ließen sich die Bau-, Planungs- und Umweltausschüsse der Gemeinden Blender und Thedinghausen sowie der Ausschuss für Umwelt, Wasserwirtschaft, Bau und Planung der Samtgemeinde Thedinghausen in öffentlicher Sitzung von Fachfirmen die Pläne für die Aufrüstung der beiden Windparks vorstellen. Leistungsstärkere, um 30 beziehungsweise 50 Meter höhere Anlagen sind in den beiden Gebieten beabsichtigt.

Im Beppener Bruch will die Firma WindStrom aus Oyten das Feld der Riesenspargel nicht nur um einen auf 22 vergrößern, sondern vor allem drei der bestehenden Stromerzeugungstürme durch neue ersetzen. Statt der jetzigen 600 Kilowatt sollen diese jeweils 2,3 Megawatt liefern und würden dann 150 statt 120 Meter in den Himmel ragen, informierte Hauke Eggers-Mohrmann von „WindStrom“.

Um Windströme noch optimaler ausnutzen zu können und um „Umgebungsturbulenzen“ mit benachbarten Rotoren zu vermeiden, sieht der Plan „leicht verschobene Standorte“ vor. So soll etwa der Abstand zur Deponie auf 275 Meter wachsen und zu Wohngebäuden keineswegs geringer als derzeit ausfallen.

Ebenfalls unter Wahrung der bisherigen Entfernung zu Häusern sowie der gesetzlichen Richtwerte für Lärm und Schattenwurf und auf die gleiche Leistungsstärke und Anlagenhöhe wie beim Vorhaben im „Bruch“ möchte ein anderes Unternehmen auch den Windpark Blender trimmen. Ingo Haschenburger von der Bremer Firma wpd, nach eigenen Angaben einer der größten deutschen Windpark-Entwickler und -Finanzierer, zeigte den Ausschüssen zwei verschiedene Varianten für das Repowering auf. Anstelle der derzeit fünf 100 Meter hohen Anlagen auf einem Teil des Areals könnten dort vier „Riesen“ errichtet werden. Alternativ seien auch nur noch drei Standorte möglich, wobei dann eine Drei-Megawatt-Anlage mit wuchtiger „Gondel“ platziert würde.

„In jedem Fall könnte die Anzahl der Anlagen verringert und das Landschaftsbild damit entlastet werden“, warb Haschenburger für die Aufrüstung. Die soll möglichst, wie auch im Beppener Bruch, 2012 abgeschlossen sein.

Um die „Baufenster“ für die Anlagen und deren Höhe verändern zu können, müssten die Gemeinden Thedinghausen und Blender allerdings neue Bebauungspläne aufstellen, während die Samtgemeinde den Flächennutzungsplan zu überarbeiten hätte. Worüber nach den Sommerferien beraten und entschieden werden soll.

Am Donnerstag gab es auch kritische Töne. Für womöglich bald noch folgende Repowering-Vorhaben könnten die Kommunen nicht jedes Mal die Pläne ändern, sagte Schröder mit Blick auf die Firmenvertreter. Auf die Baufenster könnte wegen des vorgeschriebenen „Turbulenzen-Abstands“ doch verzichtet werden, schlug Dieter Mensen (Grüne) vor.

Hans Otto de Riese (FDP) wollte wissen, wieviel Gewerbesteuereinnahmen denn durch die Windparks erzielt werden. Vornehmlich wegen der Abschreibungen in zehn Jahren gerade mal 600 Euro, hieß es, „in den nächsten Jahren aber sicher mehr“.

„Welche Vorteile hat denn die Gemeinde von größeren Anlagen?“ fragte Anke Fahrenholz (SPD) nach. Finanziell kaum welche, antwortete Schröder, erinnerte aber an die deutschen und weltweiten Klimaschutzziele.

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