Beim Drehtag für Wedel-Zweiteiler in Bremen und Erstaufführungsparty in Hamburg war Familie Schanze aktiv beteiligt

Der Richter in „Gier“ ist Oytener Anwalt

Anke und Andreas Schanze daheim im Anwaltsbüro. Sie haben sich inzwischen auch die DVD zum Fernseh-Zweiteiler besorgt, weil in dieser erweiterten Fassung der Oytener Jurist in mehr Szenen zu sehen ist als in der auf je 90 Minuten eingekürzten TV-Version.

Oyten - (la) · Der Oytener Rechtsanwalt Andreas Schanze wurde zum Vorsitzenden Richter im großen Bremer Schwurgerichtssaal befördert. Ehefrau Anke und Tochter Julia nahmen als lauthals lachende Zuschauer an der dortigen Verhandlung gegen den Anlagebetrüger Glanz teil. Möglich machte das alles der große Regisseur Dieter Wedel.

Der drehte nämlich einen ganzen Tag lang im Bremer Gericht Szenen für seinen in der vorigen Woche im „Ersten“ gezeigten, mit zahlreichen prominenten Schauspielern besetzten Zweiteiler „Gier“. Der imponierende Bremer Gerichtsaal war als passende Prozess-Kulisse ausgewählt worden.

„Richter“ Schanzes Rolle: Den Angeklagten zu fragen, ob er die Leute verachte, die er um ihre Ersparnisse gebracht habe, und ob er sich als eine Art Robin Hood verstehe. „Ja, ich habe das Geld von Reichen an Arme verteilt, und der Arme – das war ich“, antwortet der von Ulrich Tukor verkörperte Glanz unter anderem in dieser Dialog-Szene, die Millionen von Fernsehzuschauern mitverfolgten.

Der 56-jährige Oytener Jurist hatte schon immer eine künstlerische Ader, spielt gern Jazz auf dem Klavier, arbeitet mit der blinden, einstigen Schlagersängerin Corinna May und bekam über den mit ihm befreundeten Jazzmusiker Klaus Doldinger ( Komponist des „Tatort“-Themas) auch Kontakte zu den „Leuten vom Film“.

Als zuvorkommenden Menschen und auch interessierten Zuhörer lernte Andreas Schanze den Starregisseur Dieter Wedel kennen.

Per Anruf wurde er eines Tages zum Casting nach Hamburg bestellt, wo für den neuen Wedel-Film eine Gerichtsvorsitzender gesucht werde. „Meinen Sie etwa Dieter Wedel?“ wollte Schanze erst seinen Ohren nicht trauen, nahm das Angebot aber natürlich an.

Er bekam nicht nur die Rolle, sondern beriet den Regisseur auch fachlich – damit im Fernsehfilm etwa auch die Sitzordnung des Gerichts stimmte.

Als „zuvorkommenden, netten und sehr wissbegierigen Menschen mit faszinierender Ausstrahlung“ haben die Schanzes Wedel erlebt.

Szenen, auch die mit dem durch Schauspieler verstärkten Gerichtspublikum, wurden etliche Male wiederholt, bevor sie perfekt saßen. Hauptdarsteller Tukor „hielt uns in den Pausen mit Hamburger Witzen bei Laune“ , erinnert sich schmunzelnd Anke Schanze.

Die gebürtige Oytenerin, die mit ihrem aus Frankfurt stammenden Mann lange in Heidelberg lebte, bevor die Familie 1991 in ihr einstiges Elternhaus zog, zeigte sich außerdem begeistert von der großen Erstauffführungsparty zu „Gier“. Das Ereignis mit vielen namhaften Schauspielern, über 50 Pressevertretern und natürlich einem opulenten Buffet fand im Hamburger Hotel „Vier Jahreszeiten“ statt.

Diese ganze Glamourwelt einmal hautnah mitzuerleben sei schon toll gewesen, schwärmt Anke Schanze.

Ihr Mann, der über das Thema Musikmachen auch schnell Zugang zu Ulrich Tukor und dessen Schauspielerkollegen Uwe Ochsenknecht fand, hofft künftig auf weitere Chancen in Film- oder Fernsehszenen. Beim „Tatort“ habe er sogar schon einmal „hineingerochen“.

Hin und wieder mal aus dem normalen beruflichen Trott auszubrechen, ist ihm sehr wichtig. „Mein Vater war Opernsänger, mein Urgroßvater ein Schauspieler“ – vielleicht wirke diese Vorbelastung ja in ihm fort, vermutet Andreas Schanze mit versonnenem Lächeln.

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