Messerattacke auf Ex-Ehefrau war alleine durch maßlose Eifersucht begründet

Religion spielt keine Rolle

Verden - Von Wilfried PalmFamilienehre und seine Religion hätten keine Rolle gespielt bei der Messerattacke auf seine Ex-Frau am 10. Januar diesen Jahres vor einem mexikanischen Restaurant in Verden. Nur seine Eifersucht habe ihn zu der Tat getrieben, ließ gestern der wegen versuchten Mordes angeklagte türkischstämmige Angeklagte über seinen Verteidiger Dr. Helmut Pollähne vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Verden erklären.

Zu weiteren Angaben über die Hintergründe seiner bereits 2009 geschiedenen Ehe wäre der Angeklagte am dritten Verhandlungstag nur bereit gewesen, wenn der Vorsitzende Richter Volker Stronczyk die Öffentlichkeit ausgeschlossen hätte. Doch der sah dafür keine Veranlassung.

Der 44-jährige Angeklagte erzählte die Vorgeschichte der Eskalation aus seiner Sicht. 2006 hatte sich seine Frau von ihm getrennt, 2009 scheiden lassen und die beiden Kinder mitgenommen. Dennoch glaubte der Mann immer noch, seine Ehe wieder herstellen zu können.

Er bestritt, seine Frau während der Ehe gegängelt zu haben, gab aber zu, dass er sie mehrfach mit Drohungen gefügig machen wollte. Dabei habe er vor allem das Wohl der Kinder im Auge gehabt. Seiner Meinung nach war der für ihn lockere Lebensstil der Mutter ein schlechtes Beispiel vor allem für die 13-jährige gemeinsame Tochter.

Der Angeklagte war im Dezember 2012 zwei Wochen stationär in der psychiatrischen Abteilung des Rotenburger Diakoniekrakenhauses und wurde danach von einem Verdener Arzt mit Antidepressiva versorgt. Als die nichts halfen, habe er sich für 250 Euro Kokain besorgt und das an den zwei Tagen vor der Tat konsumiert. Zugleich habe er seine Medikamente abgesetzt.

Warum er dann ein 18 Zentimeter langes Messer genommen hatte und seiner Ex-Frau vor deren Arbeitsstelle, eben dem mexikanischen Restaurant, aufgelauert hatte, konnte er sich nicht erklären. Er erinnerte sich nur daran, dreimal auf die im Auto sitzende Frau eingestochen zu haben.

Wie es zu den 20 Stichen, die ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft, gekommen ist, weiß er nicht mehr. Auch, ob er seine Frau tatsächlich töten wollte, könne er nicht mehr erinnern.

Nachdem er zunächst geflüchtet war, weil sich Passanten eingemischt hatten, stellte er sich später der Polizei. Er habe eingesehen, was er seiner Frau, vor allem aber den gemeinsamen Kindern angetan habe.

Am Montag wird der Sachverständige Dr. Matthias Eibach das Wort haben. Ihm will der Angeklagte unter vier Augen Rede und Antwort stehen. Das Urteil wird für den 1. Juli erwartet.

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