Rekordsumme bei Versteigerung zum Abschluss der Hengstkörung

Das Verdener Millionending

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Auktionsleiter Jörg-Wilhelm Wegener gratulierte dem Käufer Andreas Helgstrand nach dem Zuschlag.

Verden - Von Jürgen Honebein. Es war am Sonnabendnachmittag ein Spektakel der ganz besonderen Art, was die Verdener Niedersachsenhalle in dieser Form noch nicht erlebt hatte. Als mit der Kopfnummer 102 der am 18. April 2013 geborene Hengst von Rocky Lee/Rouletto, gezüchtet von Yasemin Yanik (Essen) und im Besitz von Deltev Ruddat (Odeweg-Schafwinkel), zur Versteigerung kam, ahnte keiner der Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Niedersachsenhalle, dass es ein „Millionending“ werden würde.

Für die Rekordsumme von 1,2 Millionen Euro wurde der zweieinhalbjährige Hengst von einem Bieter ersteigert. Der Junghengst wird – wie vor einem Jahr das damalige 620000 Euro teure Spitzenpferd von Heinrich Behrmann (Stedebergen) – seine Ausbildung in einem dänischen Dressurstall starten.

Diese Rekordsumme überstrahlte den gesamten Hengstmarkt. Mit stehenden Ovationen feierte die Niedersachsenhalle das „Millionen-Ding“. Durchschnittlich waren die 58 zur Versteigerung angebotenen jungen gekörten Talente der internationalen Käuferschaft 68836 Euro wert. Der Auktionsplatz Verden stellte nur zwei Wochen nach der 132. Elite-Auktion erneut unter Beweis, dass beim Hannoveraner Verband Spitzenqualität angeboten und entsprechend geschätzt wird.

Die Hannoveraner Hengstkörung 2015 hielt an allen drei langen, aber nicht langatmigen Tagen das, was sie im Vorfeld versprochen hatte. 106 Hengste stellten sich in dieser Zeit der Körkommission. Die Qualität des Jahrgangs 2013 war bereits im Vorfeld auf sehr großes Interesse gestoßen.

60 zweieinhalbjährige Hengste wurden gekört, 15 davon mit einer Prämie ausgezeichnet. Schon nach seiner Präsentation auf der Dreiecksbahn wurde der westfälisch gezogene Braune von Rocky Lee/Rouletto als ein Favorit auf den Spitzenpreis gehandelt. Auch bei seiner Prämierung erntete der Ruddat-Hengst sehr großen Applaus. Als Auktionator Daniel Delius nach einem langen, spannenden Bieterduell den Zuschlag bei 1200000 Euro erteilte, brandete Jubel auf, und der dänische Dressurreiter Andreas Helgstrand ließ es sich nicht nehmen, den bewegungs- und ausdrucksstarken Prämienhengst auf der Ehrenrunde selbst zu führen. „Es ist ein historisches Ereignis, dass in Verden die Million-Euro-Marke geknackt wurde“, sagte Auktionsleiter Jörg-Wilhelm Wegener. Und Zuchtleiter Dr. Werner Schade ergänzte: „Es hat sich an den drei Tagen gezeigt, dass in diesem Jahr ganz besondere Dressurhengste bei der Körung waren.“

Der teuerste Springhengst war mit 65000 Euro ein brauner Prämienhengst von Comme il faut/Calido (Züchter und Aussteller Antonius Schulze-Averdiek, Rosendahl). Der sprunggewaltige Junghengst wird in die Niederlande reisen. Körkommissar und Bundestrainer Peter Teeuwen (Hanstedt) führte aus: „Die Springhengste wiesen moderne Abstammungen auf, die international im Gespräch sind.“ So international wie die verschiedenen Pedigrees, so international war auch das Publikum in der Niedersachsenhalle.

Neben deutschen Landgestüten und Hengsthaltern sicherten sich zahlreiche ausländische Kunden den Hannoveraner Nachwuchs. 23 gekörte und elf nicht gekörte Hengste werden Deutschland jetzt verlassen. Für die nicht gekörten jungen Hengste legten Käufer im Durchschnitt 17071 Euro an. Trotz des Rekordspitzenpreises von 1,2 Millionen lag der Durchschnittspreis der gekörten Hengste knapp unter dem des Vorjahres. Der Durchschnittspreis der nicht gekörten Hengste war rund 5000 Euro niedriger als im Vorjahr.

Zuchtleiter und Geschäftsführer des Hannoveraner Verbandes Dr. Werner Schade fasste zusammen: „Das Prämienlot war von einer außergewöhnlichen Qualität. Wir können uns freuen, wenn diese Hengste den Weg in die Zucht finden, weil sie gute Perspektiven für den Zuchtfortschritt eröffnen.“

Detlev Ruddat erhielt für seinen zweiten gekörten Hengst, einem Dunkelfuchs von Floriscount/Rubin-Royal, 36000 Euro. Er bleibt im Inland. Heinrich Behrmann (Stedebergen) bekam für seinen Prämienhengst von Dimaggio/Lauries Crusador XX 84000 Euro und für seinen nicht gekörten Hengst von Londontime/Belissimo M 16000 Euro. Beide Hengste finden ihre neue Heimat im Ausland. Jochen Dittmers (Lehringen) Dunkelfuchs von De L'Or/Dimaggio wurde für 17000 Euro versteigert. Der Fuchs bleibt im Inland.

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