Recycling-Verein spendet Material-Wagen an die BBS / Aufbereitung von Schmelzsicherungen

Für die praxisnahe Ausbildung

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Die angehenden Elektrotechniker der BBS nahmen den neuen Lehrmittelwagen gleich interessiert unter die Lupe.

Verden - Einen „Lernzirkelwagen Überstromschutzorgane“ für die praxisnahe Ausbildung von jungen Elektrotechnikern an den Berufsbildenden Schulen in Verden-Dauelsen übergab Birgit Zwicknagel vom NH/HH Recyclingverein an Fachlehrer Wolfgang Tieben. Als freiwillige Initiative der deutschen Sicherungshersteller hat sich der Verein zur Aufgabe gemacht, ausgediente Schmelzsicherungen zu recyceln. Dabei erwirtschaftet er Überschüsse, die wie hier als Spenden in Forschung, Lehre, Aus- und Weiterbildung gehen.

Der Lernzirkelwagen wurde vor mehr als drei Jahren unter Mitarbeit der Heinrich Hertz-Schule in Karlsruhe entwickelt und hat einen Wert von 7000 Euro. Neben Arbeitsblättern für die theoretische Ausbildung enthält er vor allem praktisches Material wie Schmelzsicherungen, Sicherungseinsätze und Schutzschalter.

Auch das umweltbewusste Recycling von gebrauchten Sicherungen ist dabei ein Thema. Seit Einführung seines Lernzirkelprojekts hat der Verein für die Entwicklung und Herstellung der Wagen über 250 000 Euro gespendet. 100 Schulen in ganz Deutschland sind mittlerweile in den Genuss gekommen.

„Diesen Wagen werden wir mit Sicherheit viel im Unterricht nutzen“, zeigte sich Wolfgang Tieben bei der Übergabe überzeugt. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass die BBS die Spende erhielt.

Birgit Zwicknagel vom Recyclingverein erläuterte den angehenden Elektrotechnikern das Potenzial, das in der Aufbereitung der Schmelzsicherungen steckt. Energieversorger, Industrieunternehmen, das Elektrohandwerk und andere mittelständische Unternehmen beteiligen sich in ganz Deutschland an dem Sammelsystem des Vereins. In Verden haben beispielsweise die Stadtwerke eine solche Sammelstelle eingerichtet. „Die Unternehmen haben ihre Verantwortung erkannt und unterstützen den Wandel von einer Wegwerf- zur Kreislaufgesellschaft“, so Zwicknagel.

Die Sicherungen, um die es geht, enthalten wertvolle Rohstoffe. Eine NH-Sicherung besteht zu 44 Prozent aus Keramik, zu je 20 Prozent aus Quarzsand und Kupfer und zu 0.1 Prozent aus Silber. Eine HH-Sicherung enthält 54 Prozent Keramik, 29 Prozent Quarzsand, 8 Prozent Kupfer und 0,3 Prozent Silber. Daneben sind allerdings auch Problemstoffe wie Cadmium. Asbest und Kunststoffe enthalten.

„Die Sicherungen zu demontieren oder zu schreddern ist gefährlich, aufwendig und zu teuer“, machte Zwicknagel deutlich. Die ideale Lösung sei das Einschmelzen in einem Kupferkonverter. Die Problemstoffe werden in Schlacke gebunden und auf diese Weise unschädlich gemacht. Gewonnen werde Kupfer und Silber in reiner Form, das in der Elektroindustrie wieder verwendet werden könne.

„Die Schlacke wird beim Bau von Deichen, Dämmen und Kaianlagen eingesetzt. Es bleibt nichts für die Deponie zurück, umweltschonender geht es nicht“, so Zwicknagel. Aus einer Tonne Sicherungen werden 200 Kilogramm Kupfer und zwei Kilogramm Silber gewonnen. Um diese Menge zu erhalten, wären 100 Tonnen Roherz nötig.

Etwa 250 Tonnen Sicherungen kommen jährlich zusammen, seit seiner Gründung 1995, hat der Verein etwa 3000 Tonnen gesammelt. „Die hier beheimateten Energieversorger und Unternehmen leisten als aktive Sammler von ausgedienten Schmelzsicherungen seit einigen Jahren einen Beitrag zum gemeinnützigen Anliegen unseres Vereins. Auch die BBS bilden elektrotechnische Fachkräfte für unsere aktiven Sammler aus. So schließt sich der Wertschöpfungskreis auf ideale Weise“, machte Birgit Zwicknagel deutlich.

ahk

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