Oytener Ehepaar das Opfer / Angeklagter beschuldigt Syrer als Haupttäter

IS-Kämpfer beim Überfall?

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Der Angeklagte und sein Verteidiger Hans Alfred Israel (rechts).

Verden - Der mutmaßliche IS-Kämpfer aus Bremen, der vergangene Woche bei seiner Rückkehr aus Syrien festgenommen wurde, soll an dem brutalen Überfall auf ein Ehepaar in Oyten im Februar beteiligt gewesen sein. Laut der Staatsanwaltschaft Bremen reiste der 26-Jährige Anfang April nach Syrien aus, um sich dort in einem Trainingscamp der Terrormiliz Islamischer Staat für Kampfhandlungen ausbilden zu lassen.

Seit vergangener Woche muss sich ein gleichaltriger Angeklagter aus Bremen wegen des Überfalls in Oyten vor dem Landgericht Verden verantworten. Fünf Männer hatten am 12. Februar gegen 7.15 Uhr an der Haustür eines Ehepaares geklingelt und vorgetäuscht, dass sie Zollbeamte seien. Daraufhin hatte der 53 Jahre alte Ehemann die Tür geöffnet. Der Landwirt wurde sofort überwältigt und massiv getreten.

Die Täter forderten 900000 Euro, andernfalls würden sie das Ehepaar „verbrennen“, so hatte es die 52 Jahre alte Ehefrau in dem Prozess ausgesagt. Erbeutet wurden laut Anklageschrift Schmuck, Bargeld und Münzen im Wert von rund 2330 Euro. Die Täter entkamen unerkannt. Gefasst wurde zunächst nur der Angeklagte aus dem Verdener Prozess.

Dieser hat mit seiner Aussage die anderen Täter schwer belastet. Alle hat er namentlich benannt, so auch den vergangene Woche wegen Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat festgenommenen Bremer. Diesen kenne er seit der Schulzeit und vom Fußballplatz.

Der Angeklagte arbeitete zuletzt als Pizzabäcker im Bremer Hauptbahnhof. „Da kam er häufiger vorbei, als er im offenen Vollzug war“, sagte der Angeklagte über den mutmaßlichen IS-Kämpfer. Ende Januar/Anfang Februar sei dieser dann plötzlich bei ihm zu Hause mit einem weiteren Mann aufgetaucht. Sie hätten eine Tasche bei ihm deponiert. Die wurde einmal abgeholt und ihm dann wieder gebracht.

An dem Abend vor dem Raubüberfall sei der 26-Jährige zusammen mit zwei weiteren Tätern wieder bei ihm aufgetaucht und sie hätten ihn zu der Tatbeteiligung gedrängt. Er habe nicht mitmachen wollen und sei dann von einem der Männer bedroht worden. „Wenn du nicht mitmachst, bist du das nächste Opfer. Wir wissen, wo deine Mutter wohnt und deine Freundin“, zitierte der Angeklagte den Mann.

Aus Angst habe er bei dem Raubüberfall mitgemacht, so der Angeklagte und nimmt für sich ein, dass er der von der überfallenen 52-Jährigen als „der Nette“ bezeichnete Täter war. Bis auf die beiden Bremer wurde noch kein anderer Täter gefasst. Zwei von ihnen sollen für die Tat aus Österreich angereist sein.

Ob der mutmaßliche IS-Kämpfer sich wegen der Tat in Oyten noch vor dem Landgericht Verden verantworten muss, ist derzeit völlig offen. „Da es Anhaltspunkte gibt, dass sich der Beschuldigte in Kampfhandlungen des IS hat einbinden lassen, wird die Staatsanwaltschaft Bremen den Vorgang dem Generalbundesanwalt zur Prüfung vorlegen, ob gegen den Beschuldigten auch der Anfangsverdacht der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland besteht“, teilte jetzt die Staatsanwaltschaft Bremen im Zusammenhang mit der Festnahme mit.

wb

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