Landwirtschaftlicher Verein sprach auf Hauptversammlung auch Brisantes an / Viele Aktivitäten

„Raubtierkapitalismus“ gegeißelt

Vorsitzender Heiner Haase-Böschen sprach Klartext.

Posthausen - (kr) · Humorvoll und in aufgeräumter Stimmung begrüßte Vorsitzender Heiner Haase-Böschen eine Vielzahl von Mitgliedern des Landwirtschaftlichen Vereins Posthausen im Saal der Moorhexe in Wümmingen zur Jahreshauptversammlung.

Kreislandwirt Joost Meyerholz, Ortsbürgermeister Rainer Sterna, Pastorin Constanze Ulbrich und Christian Marquard von der Landwirtschaftskammer Hannover waren der Einladung des Vereins gefolgt und hatten sich als Gäste unter die Mitglieder gemischt.

Haase-Böschen nutzte die Gelegenheit, so viele Landwirte auf einmal vor sich zu haben, und widmete sich mit kritischen Worten den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, die auch im Agrarsektor Spuren hinterlassen habe. Ausdrücklich bemängelte er den „Raubtierkapitalismus“ von Konzernchefs und das ebenfalls häufig nicht korrekte politische Gebaren von gewählten Vertretern des Volkes.

Plattdeutsch als Umgangssprache pflegend, kritisierte der Vorsitzende das „Ausufern des regionalen Maisanbaus“ und warnte eindringlich vor weiterem Raubbau an den natürlichen Grundlagen. „Das kann und wird nicht so weitergehen. Der Naturschutz leidet, die Landschaft verändert sich zum Nachteil und die Folgen daraus sind schon heute absehbar“, so Heiner Haase-Böschen.

Positiv gestaltete sich sein Rückblick auf das vorige Jahr. Die Reise des Vereins zu einem Großbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern habe „wichtige Einblicke und Informationen erbracht“. Lehrreich seien auch die traditionelle Feldrundfahrt und der Besuch einer Biogasanlage gewesen.

Auch im nunmehr 103. Vereinsjahr sollen wieder attraktive Aktivitäten stattfinden. Bereits für den 10. Februar ist eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Landfrauenverein geplant. China mit seiner rasanten gesellschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklung soll den Mitgliedern dabei von einem kompetenten Referenten nahe gebracht werden.

Ein Ausflug in die Amazone-Werke, einer Fabrik für landwirtschaftliche Großgeräte bei Hude, mit einem anschließenden Abstecher in einen Fischzuchtbetrieb ist ebenfalls geplant. Der Termin dafür steht noch nicht fest. Eine Halbtagsfahrt mit dem Fahrrad nach Haberloh, um die dortige Außenstelle des Gestüts Fährhof zu besichtigen, wurde ebenfalls angeregt.

Die Wahlen brachten keine Überraschung. Heiner Intemann als zweiter Vorsitzender und Reinhard Henke als Kassenwart wurden durch einstimmige Wiederwahl im Amt bestätigt. Mit Schriftführer Rolf Böhling und Heiner Haase-Böschen machen sie den Vorstand komplett.

Joost Meyerholz ging auf den Klimagipfel in Kopenhagen ein und beleuchtete die Auswirkungen des CO2-Ausstoßes auf die Landwirtschaft. Das Thema nachwachsende Rohstoffe und Energiegewinnung als neue Form der Landwirtschaft stieß dabei eine kontroverse Diskussion an. Agrar-Ingenieur Christian Marquard informierte schließlich noch über die neue Dauergrünland-Haltungsverordnung.

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