Jede Woche drei Attacken

Rathaus kämpft mit Internet-Müll

Holger Kruse.
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Holger Kruse.

Achim - Wie jeder Betrieb und jeder Beruf sind auch längst das Achimer Rathaus und seine Beschäftigten im digitalen Zeitalter angekommen. Holger Kruse, EDV-Verantwortlicher im Rathaus, nennt unglaubliche Zahlen: Täglich erreichen 150 000 E-Mails das Rathaus. 148 000 davon sind elektronischer Müll, Spams. Von den restlichen 2000 eignen sich 200 zur Bearbeitung.

Bösartige Zeitgenossen, PR-Profis und Mails generierende Automaten produzieren die Flut der Botschaften, die keiner braucht.

Firewalls lassen vieles erst gar nicht ins Rathaus eindringen und wehren auch Viren ab. Jede Woche gibt es etwa drei Angriffe über Trojaner oder ähnliches aufs Rathaus. „Die Baukästen für diese zerstörerischen Attacken gibt es ja schon für Kids“, weiß der Digitalchef im Rathaus.

Die Kehrseite der hohen Abschirmung des Rathauses ist, dass Bürger schon mal Schwierigkeiten haben, mit einer Mail zu einem Sachbearbeiter zu gelangen.

Virtuelles Rathaus

in weiter Ferne

Auch das virtuelle Rathaus, in dem der Bürger über Internet viele Dienstleistungen in Anspruch nehmen kann, krankt am Sicherheitsschirm, aber nicht nur daran.

Für vieles muss der Datenschutz gewahrt sein, die Kommunikation mit Identifikationsnummer verschlüsselt verlaufen. Der Gesetzgeber verlangt für vieles, auch den neuen Personalausweis oder Reisepass, die digitale Signatur, und die ist so teuer, dass sie sich für viele nicht lohnt.

So kann man zwar ohne Probleme beim Finanzamt seine Steuererklärung übers Internet abgeben, aber nicht alltägliche Dinge bei der Gemeinde erledigen ohne Gang zum Rathaus.

Die Aufgabe der dreiköpfigen EDV-Abteilung ist es ansonsten, die Betriebsabläufe im Rathaus zu analysieren, optimieren und mit Technik zu unterstützen, geschehen zum Beispiel bei der Vereinheitlichung der Essensgeldabrechnungen der Kindertagesstätten.

Die Technik hilft, löst aber nicht die Probleme. Kruse: „Was ich auf Papier oder Karteikarte nicht gelöst bekomme, macht der Computer auch nicht.“

Die Rationalisierung der Arbeitsabläufe spart Arbeitszeit und rechnerisch auch Arbeitsplätze. Da aber die Komplexität der Aufgaben gestiegen, die zu verarbeitende Datenmenge sich in den letzten zehn Jahren verfünfzigfacht habe, könne man die gewonnene Zeit gut gebrauchen und auf Neueinstellungen verzichten, sagt Kruse.

80 Arbeitsplätze der Stadt sind inzwischen virtualisiert, 45 Arbeitsplatzrechner durch stromsparende Thin Clients ersetzt, Außenstellen wie die Kindertagesstätten, Schulen, Bürgerzentrum und Bauhof sind ins Rathausnetz integriert. Nehmen Einbrecher Rechner aus diesen Einrichtungen mit, kommen sie dadurch nicht an vertrauliche Daten. Von Wahlen bis Waffen ist die EDV-Abteilung gefordert. Zur Zeit macht die Einführung des nationalen Waffenregisters eine Menge Arbeit, und die Umstellung des Geoinformationssystems auf ein neues Format wartet schon 2013. · mb

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