Jan-Fischer-Bluesband kam mit Stimmwunder Jessy Martens in die Alte Kornbrennerei / Da blieb niemand ruhig

Das Publikum grölte, was das Zeug hielt

Brachten das Publikum in die rechte Stimmung: Die Jan-Fischer-Bluesband und Jessy Martens.

Verden - Von Volkmar Koy· Die „Konkurrenz“ war so vielfältig wie das Nudelangebot beim Italiener um die Ecke. Und dennoch, es war kein Einheitsbrei, der der relativ übersichtlichen Zuschauerzahl am Freitagabend in Glander’s Alter Kornbrennerei geboten wurde. Es war vielmehr ein Blues-Highlight der Extra-Klasse, sicherlich schon einer der Höhepunkte im Jahresrhythmus des Vereins Verdener Jazz- und Blues-Tage.

Jan Fischer, selbst Mitglied des Vereins, hatte mit Jessy Martens nunmehr zum zweiten Mal eine Röhre mitgebracht, die ohne Zweifel als die beste derzeitige Blues-Stimme Deutschlands bezeichnet werden kann. Zum erstenmal hatte der Verein, nachdem er sich mit Kornbrennerei-Chef Ehler Bartelsen auf ein laufendes Konzertprogramm geeinigt hatte, einen Pflock besonderer Güte eingeschlagen. Es sollen im Laufe des Jahres noch weitere folgen.

Wenn Freitagabend nur nicht die „Konkurrenz“ aus Bayern-TV, Stadthallen-Operette, Sechs-Tage-Rennen und unsicherer Witterungslage gewesen wäre, Jan Fischer und Jessy Martens hätten die Kornbrennerei vermutlich zum Toben gebracht. Zweieinhalb Stunden flogen die Finger Fischers über die Tasten, zweieinhalb Stunden bemühte das 21-jährige Ausnahmetalent Martens alle Oktaven ihrer wundervollen Stimme. Und sie hat dazu gelernt, spielt fast mit Stimmungen und ihrem Publikum, das wiederum gelehrig mitmachte, sang und grölte, was das Zeug

nGegen Konkurrenz

n„angesungen“

hielt, als ob es um die deutsche Fußballmeisterschaft in der Hamburger Arena gegangen wäre. Reaktion eines Besuchers zum Abschluss: „Auf diesem Wege muss der Verein weitergehen. Das war überragend.“

In der Tat hatten sich die beiden Protagonisten mit Saxophonist Ralf Böcker und Schlagzeuger Christian Kolf zwei Mitstreiter an Land gezogen, die so trefflich in das angerührte Gemisch aus Ragtime, Blues, Rock ’n’ Roll und Balladen passte. „Seid ihr gut drauf? Sonst komme ich wieder!“, drohte Jessy Martens, das nur 1,50 Meter große Energiebündel. Und das erst 21-jährige, mit reichlich Sex-Appeal ausgestattete Multi-Talent, war kaum zu bremsen. Schon nach dem zweiten Song war das Publikum hellwach gerüttelt von einer Stimme, die ihresgleichen sucht.

Von der Jan Fischer Bluesband, die vor eineinhalb Jahren auf dem Schiff „MS Stadt Verden ein eigenes Blues- und Boogie-Programm überzeugend durchgezogen hatte, war nicht mehr allzu viel zu erkennen. Machte auch nichts. So lechzte das Publikum nach jedem Ton, der von Jan Fischer angeschlagen, aus dem Piano erklang, war hingerissen von dem Klangvolumen von Jessy Martens Stimme, und da durften Saxophonist und Schlagzeuger durchaus in ihr Solo-Repertoire greifen. Es war stimmig. Klar ist auch, die Band darf wiederkommen, nein, muss sie sogar.

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