Projekttag „Mobbing in der Schule“ gestern am Cato Bontjes van Beek-Gymnasium in Achim

Psychoterror im Internet

Etliche Zuhörer sind bei „schülerVZ“ vertreten.

ACHIM · Psychoterror – auf neudeutsch auch als „Mobbing“ bezeichnet – ist bereits schlimm genug. Ein Vortrag darüber, welche Dimensionen das Mobbing jedoch im digitalen Zeitalter annehmen kann, stand gestern für die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen am Cato Bontjes van Beek-Gymnasium (Cato) in Achim auf dem Programm.

Im Rahmen eines sechsstündigen Projekttages mit dem Titel „Mobbing in der Schule“, an dem sich die Klassen fünf bis zehn beteiligten, referierte Markus Gerstmann zum Thema „Cyberbullying“. Der Diplom-Sozialpädagoge aus Bremen zeigte seinen jungen Zuhörerinnen und Zuhörern zunächst die Gefahren auf, die im Internet lauern können. Hier stehen Namen wie „schüler-“ oder „studiVZ“ und „facebook“ für den Versuch, real existierende soziale Netzwerke in digitaler Form darzustellen.

Auf Nachfrage gaben fast alle Anwesenden an, in einem oder mehreren dieser Netzwerke aktiv zu sein. „Allein ,schülerVZ‘ hat 5,5 Millionen Nutzer, die insgesamt 400 Millionen Bilder hochgeladen haben“, nannte Gerstmann eingangs ein paar Zahlen. Gerade diese Tatsache führe dazu, dass das Mobbing auch zu Hause weiter gehe. Es reiche schon ein Gerücht oder ein zweideutiges Bild, um ein Opfer fast 24 Stunden am Tag und an sieben Tagen in der Woche zu terrorisieren.

„Steht zum Beispiel ein solches Foto erst einmal im Netz, dann ist es ganz schwer, dieses wieder zu löschen“, erklärte der Experte. Der Versuch, die Schülerinnen und Schüler für die Gefahren der neuen Medien im Allgemeinen und vom Mobbing in sozialen Netzwerken im Speziellen zu sensibilisieren, kann dabei durchaus als Präventionsarbeit verstanden werden.

Doch was tun, wenn das digitale Mobbing beziehungsweise das Cyberbullying bereits in vollem Gange ist? „Am besten nicht direkt darauf eingehen, weil man die Täter sonst noch weiter anstachelt“, riet Gerstmann. Stattdessen solle der Kontakt zu Eltern und Lehrern gesucht werden, denn nur dann sei eine strafrechtliche Verfolgung der Täter möglich.

Im Rahmen des gestrigen Projekttages standen auch weitere Veranstaltungen wie Rollenspiele und Seminare zur Zivilcourage auf dem Programm. „Dieser Tag war der insgesamt dritte Baustein innerhalb der Gewaltprävention an unserer Schule“, erklärte Lehrer Thomas Stephan, der am Cato-Gymnasium für Konzeptentwicklung zuständig ist. Ende vergangenen Jahres hatte bereits eine Fortbildung des Kollegiums gegeben (wir berichteten), weitere Projekttage für Schülerschaft und Lehrer – mindestens einer pro Halbjahr – sind geplant.

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