Prozess um tote Prostituierte wird fortgesetzt

Verden - Zwei Wochen nach der Aufhebung des Haftbefehls gegen den Angeklagten ist der Prozess um den gewaltsamen Tod einer Prostituierten vom hannoverschen Straßenstrich am Mittwoch fortgesetzt worden.

Der 39-Jährige ist wieder auf freiem Fuß, weil es nach Überzeugung des Landgerichts Verden nicht mehr genug Indizien für einen dringenden Tatverdacht gibt. Er muss sich aber weiter vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Totschlag vor.

Der Arbeitslose aus Essel bei Schwarmstedt (Kreis Soltau-Fallingbostel) soll seine Lebensgefährtin im August 2007 gewürgt und geschlagen haben, bis sie starb. Erst zwei Jahre später wurde ihre skelettierte Leiche auf einem Betriebsgelände in Wunstorf entdeckt. Das Motiv für das Gewaltverbrechen sollen Trennungsabsichten der 29-Jährigen gewesen sein. Der Angeklagte bestreitet die Tat, für die er sich seit dem 3. März vor dem Landgericht verantworten muss.

Das Gericht begründete die Aufhebung des Haftbefehls damit, dass es auch vorstellbar sei, dass die 29-Jährige vom Straßenstrich entführt oder verkauft worden sei. Zudem gebe es inzwischen Zweifel, dass der Tag des Verschwindens der Tattag war. Sie könne auch zwei Wochen später getötet worden sein, hieß es.

Nach dem Fund der Leiche in Wunstorf waren Spezialhunde, sogenannte „Mantrailer“, eingesetzt worden. Ihre Arbeit hatte mit zur Anklage gegen den Tatverdächtigen beigetragen. Sie verfolgten unter anderem die Spur des Opfers vom möglichen Tatort in Hannover zum Leichenfundort. Mit Hilfe einer Tierärztin wollten sich die Richter am Mittwoch ein Bild machen, ob dies nach zwei Jahren überhaupt noch möglich war. Dazu zeigten sie der Frau ein Video der Hunde, das die Tiere bei der Suchaktion zeigte. So wie die Hunde eingesetzt worden seien, sei es nur schwer vorstellbar, dass sie nach so langer Zeit tatsächlich noch Spuren finden konnten, meinte die Sachverständige.

Die Nebenklage beantragte, mehrere Frauen als Zeuginnen zu hören, denen der Angeklagte auch Gewalt angetan haben soll. Darunter ist die getrennt lebende Ehefrau des 39-Jährigen. Nach Angaben der Nebenklage war der Angeklagte der Zuhälter der Getöteten, mit der er seit mehreren Jahren zusammenlebte.

Der Prozess wird an diesem Freitag fortgesetzt. Zehn weitere Termine sind bereits anberaumt.

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