Geschäfte rund um den Rathausplatz leiden / „Das ganze Jahr über gebeutelt“

50 Prozent weniger Kunden

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Die Bauarbeiten auf dem Rathausplatz sorgen für Diskussionen. ·

Verden - Wer im Bereich des Verdener Rathauses unterwegs ist, braucht gutes Schuhwerk. Die rot-weißen Baustellenbaken wechseln immer wieder den Standort, während teils hölzerne Stege zu den Eingängen der Geschäfte führen. Überall sind Schotter und Sand zu sehen.

Und die Geschäftsleute im Baustellenbereich sind besorgt, da durch die Baumaßnahme vor ihren Läden bereits die Kundschaft wegbleibt. Lärm, Staub und Schmutz allein sind schon nicht gut zu ertragen. Aber noch weniger auszuhalten ist das Ausbleiben der Kunden, das zwangsläufig mit rückläufigen Umsätzen einhergeht. Geschäfte, die vor allem von älteren Kunden oder von Laufkundschaft leben, sind besonders betroffen.

Im Kebab-Haus von Dogan Can ist die Baustelle zwar zu sehen und zu hören, doch bis 18 Uhr laufen die Geschäfte nach Aussage des Inhabers gut. Erst, wenn keine Menschen mehr in der Stadt unterwegs sind, spürt auch Can eine Beeinträchtigung, weil sein Imbiss zurzeit nicht mit dem Auto erreichbar ist. Die damit verbundenen Umsatzeinbußen schätzt er auf 20 Prozent.

Nebenan, bei Damenmoden La Luna oder in der Heba-Verkaufsstätte Heidemann ist man dagegen längst nicht so zufrieden. „Zu uns kommen über 50 Prozent Kunden weniger als vor der Baumaßnahme. Oft ist der Laden gähnend leer, und wir müssen Däumchendrehen“, erzählt Marga Hildebrand, Fachverkäuferin bei Heba. Zudem sei die Baustellentätigkeit oft sehr laut, und durch die Vibrationen klirrten Geschirr und Glas in den Regalen.

„Die Baustelle ist sehr schlecht fürs Geschäft“, sagt auch Silke Heinzel von La Luna. Etwa 30 Prozent weniger Kunden finden den Weg in die kleine Boutique, die vor allem von Laufkundschaft lebt. „Das Problem ist doch, dass durch die ständig wechselnde Wegführung kaum noch jemand weiß, wie wir zu erreichen sind.“ Und weiter: „Wir sind ohnehin das ganze Jahr über gebeutelt. Gibt es keine Baustelle, decken uns die Buden von Domweih oder Weihnachtsmarkt zu.“

Auch bei Moden Schulz hat man das Ausbleiben der Laufkundschaft längst bemerkt. „Die Kunden kritisieren vor allem die fehlende Zufahrtsmöglichkeiten. Viele wollen nur husch schnell mal irgendwo rein und schnell wieder raus“, so Filialleiterin Monika Richter.

Gegenüber in der Neuen Apotheke und bei Arko zeigten sich Apotheker Peter Sebeikat und Verkäuferin Elke Kalusche optimistisch, dass das Schlimmste bereits überstanden ist, da vor ihren Geschäften die Pflasterarbeiten bereits begonnen haben. „Schwierig ist vor allem die Warenanlieferung“, berichtet Kalusche, die den Umsatzrückgang wie fast alle Befragten auf etwa 30 Prozent beziffert. Nichtsdestotrotz bringen annähernd alle Befragten auch viel Verständnis für die Baumaßnahme auf und loben den Fleiß und das freundliche Entgegenkommen der meisten Arbeiter. · nie

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