Prozess um eine menschliche Tragödie

Mit 3 Promille vom Fahrrad gekippt

Achim - Mehr um eine menschliche Tragödie als um ein Delikt ging es bei einer Verhandlung vor dem Achimer Amtsgericht.

Ein 31-jähriger Achimer war am Abend des 8. Augusts letzten Jahres auf dem Bürgersteig der Obernstraße in Achim voll mit seinem Fahrrad umgekippt, lag mit dem Fahrrad zwischen den Beinen verletzt auf dem Geh- und Radweg und verdankt es Gastronomen dort, dass ihm schnell Hilfe zuteil wurde.

Der Polizist vor Ort erinnert sich, dass der Gestürzte nicht ansprechbar war. Der kann sich heute an nichts mehr erinnern. Dafür sprach die Blutprobe eine deutliche Sprache. 3,05 Promille waren bei dem Achimer festgestellt worden.

Richter Heiko Halbfas kennt den Angeklagten und auch seinen Bruder. Den hatte er zuletzt wegen seines Lebenswandels vor dem tiefen Absturz gewarnt. Dann war der Bruder eines Morgens tot im Freien in Bremen gefunden worden.

Nun erinnerte der Amtsrichter den Angeklagten an ihre gemeinsame Vorgeschichte, sagte ihm auf den Kopf zu, dass er sehr schlecht aussehe und nicht gerade drogenfrei wirke und dass er sich auf einem ganz schlechten Weg befinde.

Der Angeklagte führte den Tod des Bruders an, wollte manches nicht auf seine Sucht schieben, hat nach eigenen Worten aber immerhin eine Therapie ins Auge gefasst. Konkret etwas dafür getan hat er aber nicht. Weder die Fachstelle für Sucht in Achim noch seine Krankenkasse oder eine andere Stelle hat er deshalb kontaktiert.

Richter Halbfas zog in Übereinstimmung mit Staatsanwalt Lutz Gaebel die Radtour trotz absoluter Fahruntüchtigkeit mit einer vorherigen Verurteilung wegen Diebstahls zu 45 Tagessätzen à acht Euro zusammen. Er hofft, dass der junge Mann sich noch durch eine Therapie helfen lässt. · mb

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