Female affairs bei Blume & Co

Professionell und sehr charmant

Vollgas gaben „Female affairs“ bei ihrem Auftritt in der Gärtnerei Blume & Co. Fotos(2): Niemann

Verden - (nie) · Die Erwartungen waren hoch, und sie wurden nicht enttäuscht: Das Publikum bei Blume & Co konnte erleben, wie sich die Gärtnerei dank sängerischer Klasse in einen Konzertsaal voll gut gelaunter Menschen verwandelte. Der Aufforderung zum Mitmachen kam das Publikum gerne nach und gab dabei nicht einmal die schlechteste Figur ab.

Die Lebenshilfe Rotenburg-Verden hatte zum jährlichen Gewächshauskonzert eingeladen, und mit Female affairs, Sieger im Bundescontest German Acappella in der Kategorie Semiprofessionell, war der 11. Auflage der Konzertreihe quasi selbstredend der Erfolg beschert. Highlights von Mozart über Nina Hagen bis hin zu Jamiroquai und Red Hot Chilli Peppers wurden präsentiert, und die fünf Sängerinnen und deren „Rhythmusmann“, wie sie ihr männliches Mitglied liebevoll nennen, schafften es, das Publikum in den Bann zu ziehen. Das Besondere an Female affairs ist das abwechslungsreiche, witzige und ans Herz gehende Programm auf hohem musikalischen Niveau, die fantastischen Solistinnen, dazu eine Bassistin, die tatsächlich tiefer singt als mancher männliche Bass, ein hervorragender Beatboxer, charmant komische Moderationen und nicht zuletzt die hingebungsvollen Tanzeinlagen.

Die Künstler blödelten, kalauerten, tanzten, machten vor keinem Kokolores halt und waren doch immer eine hochkarätige A-cappella-Formation mit höchstem musikalischen Anspruch. Dabei kam alles so locker-flockig rüber, war so wunderschön anarchisch-chaotisch und gleichwohl bis ins Letzte durchgeprobt und einstudiert.

Doch alles, was da so Spaßtränen treibend geboten wurde, erfordert höchste Konzentration und ist das Ergebnis langer Probearbeit. Schließlich gehört zum Wesen dieses Genres nicht nur eine abwechslungsreiche Choreographie, die den Inhalt der einzelnen Songs mal witzig, mal überzogen und teilweise in abenteuerlichen Variationen visualisiert. Weit wichtiger ist das Beherrschen des typischen a-capella-Effekts, der die Stimmen oft ganz nah beieinander führt und in dieser Selbstverständlichkeit nur von wirklich geübten Sängern unfallfrei durchgehalten wird. Female Affairs ist auch hier über jeden Zweifel erhaben.

Der Takt der Vokale bringt den Klang, und Female Affairs bereitet es kein Problem, Passagen aus einem Nina-Hagen-Lied rückwärts zu singen. Parodistische Titel liegen dem Septett allerdings besonders, vielleicht deshalb, weil sie sich auch selbst nicht so tierisch ernst nehmen.

Das „Henna-Lied“ – abgeleitet vom Klassiker „Marina“ – bestach durch hohen Wiedererkennungswert und trieb dem Publikum das Wasser in die Augen. Oder die Trude-Heer-Parodie „Ich will keine Schokolade“ und vor allem bei der zum Brüllen komischen Präsentation „Ich“, eine Adaption des Peter-Maffay-Songs „Du“.

„Female affairs“ gestalteten einen humorvollen, manchmal selbstironischen Abend mit schönen Titeln, oft mitreißendem Spaß am Singen. Am Schluss standen mehrere Zugaben und die Gewissheit, dass sich wohl manch einer ärgern wird, diesen musikalischen Leckerbissen nicht wahrgenommen zu haben.

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