Kunstverein Fischerhude eröffnete in Buthmanns Hof Ausstellung mit Werken Werner Zöhls / „Beerenlese“ bis 11. April

Prismatisch-philosophische Harmonie

Hans-Dieter Mahlstedt vom Fischerhuder Kunstverein führte mit einer umfassenden Laudatio in das Werk von Werner Zöhl ein.

Fischerhude - (kr) · „Diese Farben, das Licht in den Bildern, einfach herrlich. Werner Zöhl ist ein wirklich großer Künstler“, schwärmte ein älteres Ehepaar beim Rundgang durch die am Sonntag eröffnete und bis 11. April zu sehende Ausstellung des Fischerhuder Kunstvereins in Buthmanns Hof.

Die Kunstfreunde, selbst leidenschaftliche Sammler von Bildern Werner Zöhls, waren eigens aus Saarbrücken angereist, um die Ausstellung des in Fischerhude lebenden Künstlers mit dem Titel „Beerenlese“ zu erleben. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Horst Hofmann und Musik des Ottersberger Duos „Blossom into“ war es Hans-Dieter Mahlstedt vom Kunstverein vorbehalten, in die Ausstellung einzuführen.

Er definierte den Begriff „Schön“, den Betrachter oft gebrauchten. Der Begriff sei durchaus passend für die Arbeiten Zöhls, sozusagen wohnzimmertauglich. Mahlstedt aber lenkte den Blick auf die enthaltenen „wichtigen Kriterien von Kunst“ – wie die Öffnung von Ebenen des Bewusstseins und des Gefühls, zu denen Menschen oft keinen unmittelbaren Zugang mehr hätten, weil sie verschüttet oder verdrängt worden seien. Diesen Zugang fänden Menschen wieder, wenn ein Kunstwerk verstörende oder befremdliche Elemente enthalte. Werner Zöhls Bilder hätten diese Elemente, aber sie hätten nichts Erschreckendes. „Sie laden ein in ein paralleles Universum unseres Seins, in dem wir uns mit neuen Möglichkeiten entdecken können", führte Hans-Dieter Mahlstedt aus. Er hinterfragte die besondere Gabe des Malers, mit seinen Bildräumen eine meditative Theaterbühne für das Schauspiel des Lebens zu schaffen.

Mahlstedt erinnerte an die frühen Einflüsse von Paul Klee, die den 1926 in Stendal geborenen Zöhl nachhaltig beeindruckten und ihn veranlassten, in den 50er Jahren das erlernte Maurerhandwerk an den Nagel zu hängen, um sich nach einer Zeit als Autodidakt intensiv und hauptberuflich der Malerei zu widmen. Wie auch bei seinem Vorbild seien bei Werner Zöhl Rückzüge in eine eigene Bildwelt zu bemerken. Individuelle Abbilder, die Umsetzung des eigenen Sehens, Empfindens und Verstehens seien Inhalte, die bis heute für das Werk des Wahl-Fischerhuders maßgeblich seien. Ausführlich ging der Laudator auf die Ausdrucksstärke Zöhls ein, die es ermögliche, in seine Bilder einzutreten, indem er die Materie von ihren Zwängen befreie, seine Gegenstände Geist werden lasse und dafür ein geometrisches Gerüst entwickele, in dem sich Dinge auflösen und gleichzeitig manifestieren würden. Im Geflecht der aneinander grenzenden, nuancierten Farbflächen sei Grenzenlosigkeit und Ordnung zugleich. Durch die geometrischen prismatischen Schachtelungen farbharmonischer Flächen sei alles verbunden. Zöhls Malerei sei philosophisch, so Mahlstedt. Insbesondere in den Menschenbildern, die Thema dieser Ausstellung seien, gebe sich der Künstler als ein Farbmeister zu erkennen, der Nähe und Distanz, vor allem aber Harmonie in seine Arbeiten lege.

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