Bunte Mehrheitsgruppe will künftig mit Bremer Umweltingenieuren zusammenarbeiten

Polit-Zoff um den Otterstedter See

Ein umstrittenes Politikum: der Otterstedter See und seine künftige Behandlung gegen Blaualgen. ·
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Ein umstrittenes Politikum: der Otterstedter See und seine künftige Behandlung gegen Blaualgen. ·

Ottersberg - Zoff um den Otterstedter See. Gegen den Willen der CDU und des erzürnten Bürgermeisters Horst Hofmann drückte die bunte Mehrheitsgruppe von SPD, Grünen und FGBO am Mittwochabend in der Sitzung des Umweltschutz- und Landschaftspflegeausschusses des Gemeinderates Ottersberg durch, in Sachen Seesanierung künftig mit der Bremer Polyplan GmbH, einem Ingenieurbüro für Energie- und Umwelttechnik, zusammenzuarbeiten.

Mit der knappen 4:3-Entscheidung kündigt der Flecken Ottersberg dem örtlichen Limnologischen Institut von Dr. Karl-Ernst Nowak die langjährige Zusammenarbeit auf. Den entsprechenden Antrag hatte Wilfried Mittendorf (FGBO) in den Fachausschuss eingebracht, der sich zum wiederholten Mal mit Fragen der Seesanierung befasste, um erneutem Blaualgen-Wachstum vorzubeugen.

Dr. Nowak hatte der Gemeinde zuletzt den erneuten – kostenträchtigen – Einsatz des Phosphatbindemittels Bentophos empfohlen, eines Wassermedikaments, das er selbst vertreibt und dessen letzte Einsatz-Wirkung im See eigentlich noch länger hätte vorhalten sollen.

Für die politische Beratung des weiteren Vorgehens lagen nun zwei Gutachten auf dem Tisch: das des Limnologischen Instituts Nowak und ein anderes vom Büro Polyplan. Bürgermeister Hofmann erklärte: „Beide Gutachten sind fachwissenschaftlich geschrieben. Wir sind nun aber keinesfalls schlauer geworden. Wir verlassen uns auf das, was das Institut Nowak erarbeitet hat.“ Damit gab Hofmann die CDU-Meinung wieder. Dann wütete der Bürgermeister gegen die bunte Gruppe: „Euch geht es nicht mehr um den Otterstedter See, sondern nur noch um eine Philosophie. Wir haben mit Dr. Nowak, einem bundesweit anerkannten Institut, seit Jahrzehnten gut zusammengearbeitet.“

Die bunte Gruppe sah dies anders. „Die Nowak-Stellungnahme finde ich widersprüchlich. Auf viele Fragen geht er nicht ein. Hier ist auch Kollegenschelte drin. Wir müssen herausfinden, wo die internen und externen Phosphorquellen sind, da Phosphor die Nahrungsquelle für Blaualgen ist. Ob es am Verhalten von Anglern, Badegästen und Anliegern liegt, müssen wir klären. Ich meine, die Angler müssten ganz raus. Ich bin für die Firma Polyplan“, erklärte Antragsteller Wilfried Mittendorf.

Werner Bahrenburg (CDU) entgegnete: „Bentophos hat uns gerettet. Wir haben den eindeutigen Beweis. Laut Meinung von Dr. Nowak muss in den kommenden zwei Jahren Bentophos wieder eingesetzt werden.“ Angela Hennings (Grüne) widersprach: „Der Nachweis kann keinesfalls geführt werden nach dem Gutachten von Polyplan. Im Nowak-Gutachten gibt es Fragen, die nicht geklärt sind. Wir wollen uns keinesfalls von einer Firma beraten lassen, die uns gleich das Produkt anbietet.“

Bahrenburg (CDU) reagierte verärgert: „Hier auf Zuruf zu entscheiden, geht überhaupt nicht. Da muss vorher eine Ausschreibung erfolgen.“ · woe

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