Dezernatentscheid des niederdeutschen Lesewettbewerbs / 26 Schulen dabei

Platt als anerkannte Sprache

Beeindruckte bei der Siegerehrung als ausgezeichneter Vorleser: der Grundschüler Matti Bank aus Achim.

Verden - Dat Pierd Huppdiwupp hüppte am Dingsdagnachmiddag beim Kreisentscheid beim 18. Plattdeutschen Lesewettbewerb im Gymnasium am Wall natürlich op plattdütsch öwer Grotmudders Hus. Von sienen Abenteuern hat dort Matti Bank von der Grundschule am Paulsberg de Lüe vertellt, die met Andeel den Döntjes aus dese Bauk för Kinner von Heinrich Hannover luesterten.

Auf dem „platten Lande“ wird die plattdeutsche Sprache noch vielfach gesprochen, wenn auch mit abnehmender Tendenz. Dem will der plattdeutsche Lesewettbewerb entgegenwirken, der im Zweijahresrhythmus organisiert wird. Veranstalter des Wettbewerbs ist der Landschaftsverband Stade, der mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung durch die Sparkassen zwischen Elbe und Weser die niederdeutsche Sprache aus der Versenkung holt.

Beim Dezernatsentscheid in Verden traten diesmal 171 Schulsieger aus 26 teilnehmenden Schulen der Dezernate Verden-Nord (Achim/Oyten), Verden-Süd (Verden/Dörverden/Kirchlinteln) und Verden-Mitte (Langwedel/Ottersberg/Thedinghausen) in sechs Altersgruppen gegeneinander an. Alle Schüler trugen einen von ihnen selbst ausgewählten Text auf Plattdeutsch vor, der nach Schwierigkeit des Textes, Leserichtigkeit, Lesetempo und Textgestaltung durch Betonung bewertet wurde. Die anfängliche Nervosität verflog bei den meisten nach dem ersten Satz und für die Zuhörenden war es ein großes Vergnügen, den meist lustigen Geschichten zu lauschen.

Insgesamt wurden in den einzelnen Jahrgangsstufen 16 Sieger ermittelt, die am 9. Juni in Buxtehude um den Sieg auf Bezirksebene lesen werden. Die gesellschaftliche Bedeutung des Lesewettbewerbs verdeutlichten sowohl der Moderator der Veranstaltung, der Obmann für plattdeutsches Lesen, Bruno Bergholz, und der stellvertretende Schulleiter des GaW, Uwe Spannhake, als auch die stellvertretende Landrätin Karin Labinsky-Meyer und Gerhard Teichmann vom Vorstand der KSK Verden. „Sprecht Platt, lesen alleine genügt nicht“, lautete der Rat der Redner. Schließlich können Plattsnackers noch eine Fremdsprache mehr, da Plattdeutsch eine anerkannte Sprache und nicht etwa nur ein Dialekt ist.

Folgende Schüler haben sich für die Teilnahme am Bezirksentscheid qualifiziert: Dezernat Verden/Dörverden/Kirchlinteln: Kajsa Gerkens (GS Bendingbostel), Johannes Thalmann (GS Luttum), Wiebke Wigger (Dog Verden), Johanna Rippe (GaW Verden), Sarah Lindhorst (Dog), Paul Rodewald (GaW).

Dezernat Achim/Oyten: Timo Wundelius (GS Oyten), Matti Bank (GS am Paulsberg; Achim), Jaqueline Stevens (Cato Bontjes van Beek-Gymnasium), Katrin Zaydowicz (Realschule Achim), Antje Peper (Cato Bontjes van Beek-Gymnasium). Dezernat Langwedel/Ottersberg/Thedinghausen: Claas Daneke (GS Morsum), Sebastian Grimm (GS Völkersen), Kira Holle, Karoline Lefers und Katja Precht (alle Gudewillschule Thedinghausen.) · nie

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