Know-how aus Verden für kühle Köpfe in Brasilien / Prominenter Besuch

Photovoltaik für Schulen

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Reinhard Cordes (l.) und Andreas Mattfeldt (r.) begrüßen den brasilianischen Politiker Benito Gama auf dem Gelände der Verdener Frerichs-Glas GmbH. ·

Verden - Know-how aus Verden ist auch in Brasilien gefragt. Am Sonntag begrüßte Reinhard Cordes, Geschäftsführer der Frerichs-Glas GmbH, eine Delegation aus Brasilien mit dem bekannten Politiker Benito Gama auf dem Firmengelände in der Siemensstraße.

Gama ist Präsident der Arbeiterpartei Brasiliens und Vizepräsident der Banco do Brasil. Er hat die neue Verfassung Brasiliens von 1988 maßgeblich mitgestaltet. Der Politiker interessiert sich vor allem für die in Isolierglas integrierte Photovoltaik, die so genannte „Powerfacade“. Diese Technik soll helfen, das Energieversorgungsproblem in Brasilien zu lösen und wird demnächst in Schulen eingesetzt. Auch der Bundestagsabgeordnete Andreas Mattfeldt nahm an dem Treffen teil und sprach mit Gama über politische und soziale Themen.

„Es ist schon etwas Besonderes, einen brasilianischen Parteichef in Verden begrüßen zu können“, so Mattfeldt. Brasilien und Deutschland seien nicht nur freundschaftlich, sondern auch wirtschaftlich verbunden, Brasilien sei ein verlässlicher Partner mit enormem wirtschaftlichen Potenzial, betonte der Bundestagsabgeordnete. Ferner würdigte Mattfeldt Brasiliens Weg in die Demokratie. „Deutschland sieht die Demokratie als selbstverständlich an, daher ist es gut, Menschen kennen zu lernen, die sich dafür eingesetzt und gekämpft haben.“

Auch in Brasilien ist die Energiewende ein großes Thema. Zur Zeit gewinne das Land 80 Prozent seiner Energie aus dem Wasser, wobei der Amazonas die größte Rolle spiele, berichtete Gama. Auch der Ausbau der Windenergie wird vorangetrieben, Gama gilt als „Macher der Windenergie“. Ein weiteres Standbein der Energieversorgung soll die Solarenergie werden, ein Beispiel dafür ist der geplante Einsatz der „Powerfacade“ in den Schulen. Als Spezialist für Solarenergie war daher Alcides Soterio de Oliveira Filho, Vorstandsmitglied des größten Energieversorgers Brasiliens, Eletronorte, mit nach Deutschland gekommen.

Um sich ein Bild von den Schulen in Deutschland zu machen, besuchte die Delegation eine Gesamtschule in Bremen-Ost und die Schule „Tor zur Welt“ in Hamburg-Wilhelmsburg. De Oliveira zeigte sich sehr beeindruckt. „Wir nehmen einen Traum mit nach Brasilien“, meinte er.

Reinhard Cordes selbst war bereits mehrfach in Brasilien und konnte sich vor Ort ein Bild von den Lernbedingungen machen. „Man unterrichtet dort bei Temperaturen von 35 Grad und höher, es gibt sehr wenig Klimaanlagen“, berichtete er. Die Energieversorgung sei in weiten Teilen Brasiliens ein großes Problem, 66 000 Schulen müssten ohne elektrisches Licht auskommen. Die Nutzung der Solarenergie biete daher große Möglichkeiten. 850 Schulen sollen in den nächsten Jahren mit Photovoltaik-Fenstern ausgerüstet werden. · ahk

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