Andreas Winkelmann liest „Wassermanns Zorn“ im Wolfcenter

Perfekte Grusel-Atmosphäre

Andreas Winkelmann.
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Andreas Winkelmann.

Dörverden - DÖRVERDEN · Frühherbstlicher Wind strich durch die Bäume am Trapper-Fort. Laub wirbelte durch die Luft, ein kleines Lagerfeuer knisterte und das gelbe Flackerlicht tauchte die Kulisse in eine gespenstische Atmosphäre. Geradezu ideal für die Open-Air-Thrillerlesung mit Andreas Winkelmann, die Sabine Penner von der Büchertenne in Dörverden und Christina und Frank Fass vom Wolfcenter gemeinsam organisiert hatten.

Der Barmer Thrillerautor Andreas Winkelmann hat mit „Wassermanns Zorn“ ein neues Gruselwerk herausgebracht und daraus am Mittwochabend im Wolfcenter Barme erstmals an der frischen Luft vorgelesen.

Und was der zunehmend erfolgreiche Autor während der Lesung im Trapper-Fort bot, war teils so spannend und unheimlich, dass anschließend einige der Zuhörer den Heimweg durch den Wald nur äußerst ungern ohne Begleitung antraten.

Freunde des Genres hatten bereits seit Monaten auf der Lauer gelegen und der Veröffentlichung des neuen Winkelmanns voller Ungeduld entgegengefiebert. „Wassermanns Zorn“ ist der erste Fall von Manuela Sperling. Sie ist neu bei der Mordkommission und wird gleich an ihrem ersten Arbeitstag mit dem grausamen Mord an einer Prostituierten konfrontiert. Die Frau wurde ertränkt und liegt nun im flachen Teil eines Flusses. Die Leiche trägt zudem eine Botschaft, die an Hauptkommissar Eric Stiffler, Manuelas Chef, gerichtet ist. Dieser befindet sich schon am Fundort der Leiche, da ihn der Täter, der „Wassermann“, persönlich zur Fundstelle gerufen hat.

Stiffler, dem der Ruf eines perfiden Ermittlers vorauseilt, entpuppt sich als Feigling mit diversen Geheimnissen. Noch mehr Frauen müssen sterben, und sie alle stammen aus dem Umfeld Stifflers. Der versucht derweil, den Ermittlungsdrang seiner jungen, ehrgeizigen Kollegin auszubremsen, was diese wiederum umso mehr anstachelt, so dass sie schließlich selbst in Lebensgefahr gerät...

Für Genre-Fans dürfte sich das Warten gelohnt haben. Wenngleich es in „Wassermanns Zorn“ nicht annähernd so blutig zugeht wie in manchen Vorgängern. Der Grusel – das sei aber ausdrücklich versprochen – ist dennoch von Anfang an garantiert.

Winkelmanns Neuer punktet aber auch durch einen flüssigen, angenehm zu lesenden Schreibstil und mit einem Plot voller überraschender Wendungen sowie außerdem mit regionalen Ortsbeschreibungen, in denen sich Realität und Fiktion miteinander vermischen – und nicht zuletzt mit Protagonisten, die sich hinsichtlich Sympathie und Antipathie die Waage halten.

Für Leser aus der Gemeinde Dörverden besteht indes die große Gefahr, dass sie, sofern sie als Freizeitschwimmer bisher gerne den Stedorfer See genutzt haben, in Zukunft davon Abstand nehmen werden. Warum? Das Lesen sie am besten selbst. Fazit: „Wassermanns Zorn“ ist perfekt für lange Herbstabende, Gruselfaktor inklusive. · nie

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