Oytener Grundschüler spielen Goethes Zauberlehrling in zwei Vorstellungen

„Die ich rief, die Geister . . .“

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Viel Beifall gab es für den Zauberlehrling und die in Sackleinen gehüllten Geister.

Oyten - Die Szenerie einer herrlich unheimlichen Hexenwerkstatt mit Eulen, Besen, Raben und Pentagrammen zauberte die Theater-AG der Grundschule Oyten auf die Bühne in der Aula, als sie jetzt nach einem halben Jahr Probenzeit das Stück „Der Zauberlehrling“ frei nach Johann Wolfgang von Goethe aufführte.

Mit begeistertem Beifall belohnten die zahlreichen Besucher der beiden Vorstellungen die Schauspielkunst der hochmotivierten Zweit- bis Viertklässler, die ein geschäftiges Treiben auf der Bühne entwickelten.

Die vom Zauberlehrling aus einem Besen geschaffenen dienstbaren Geister rannten mit Wassereimern hin und her, um des Meisters Bade zu füllen, und der Zauberlehrling geriet in einen regelrechten Machtrausch, als seine Untergebenen immer wieder zum Fluss rannten, was er eigentlich selber hätte tun sollen. Dass in dem hektischen Fußgetrappel plötzlich ein Chor aus Rappern mitmischte und in modernen Klamotten die in Sackleinen gehüllten Geister aufmischte, entging dem Zauberlehrling fast...

Die Rapper sangen „Die Wanne ist voll“ ganz nach dem Vorbild von Helga Feddersen und Didi Hallervorden; sie tanzten, klatschten in die Hände – aber der vermeintliche Jungmeister konnte den unaufhörlichen Fluss des Wassers nicht unterbinden. Egal, wie groß sich Angst und Verzweiflung des Zauberlehrlings gestalteten, der verwandelte Besen und seine Helfer hörten nicht auf, Wasser heranzutragen. Das Zauberwort, das den Besen wieder zurück verwandelt hätte, fiel ihm nicht mehr ein. Und so flehte er: „Herr und Meister! Hört mich rufen. Herr, die Not ist groß. Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los!“ Für den Meister war es dann frei nach Goethe eine Kleinigkeit, das Haus vor der Überflutung zu retten, und der Applaus für dieses grandios aufgeführte Stück fiel entsprechend groß aus.

„Wir haben ein halbes Jahr geprobt. Mitgemacht haben 24 Kinder, viele davon in Mehrfachbesetzungen“, erklärte Theaterpädagogin Marianne Wielicki-Steege, die als Regisseurin und Leiterin der Theater-AG für die Inszenierung sowohl den Walt-Disney-Film vom Zauberlehrling als auch die Original-Ballade von Goethe aus dem Jahr 1797 zugrunde gelegt hatte. Erst arbeiteten die Kinder in kleinen Gruppen, später wurde das Stück zu einem Ganzen zusammengefügt, wobei der mächtige Text und die Handlung nicht gekürzt, aber mit modernen Elementen aufgepeppt wurden. Beim Bühnenbild und den Kostümen leisteten dann die Eltern ganze Arbeit. · kr

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