Zwei Schritte weiter in Sachen Schnelltest

Testzentren in Oyten und Ottersberg öffnen

Fachbereichsleiter Daniel Moos, Apothekerin Svenja Reimann, der stellvertretende DRK-Vorsitzende Stefan Grund und Bürgermeisterin Sandra Röse (v.l) vor dem Oytener Testzentrum.
+
Stolz auf die Eröffnung des Oytener Testzentrums: Fachbereichsleiter Daniel Moos, Apothekerin Svenja Reimann, der stellvertretende DRK-Vorsitzende Stefan Grund und Bürgermeisterin Sandra Röse (v.l).

Oyten / Ottersberg – „Viele fragen schon nach Osterterminen“, berichtet Apothekerin Svenja Reimann – aber bereits jetzt können sich Bürger in Oyten und Ottersberg mit einem Schnelltest absichern. In einer Kooperation der Gemeinde, der Flora-Apotheke Oyten und des DRK-Ortsvereins Ottersberg eröffnete am Donnerstag in der Schützenhalle an der Jahnstraße das Oytener Corona-Testzentrum. Am selben Tag wurde auch das Ottersberger Testzentrum im DRK-Heim neben dem Rathaus für die Öffentlichkeit zugänglich.

Innerhalb einer knappen Woche haben die beiden Gemeinden ihre Testzentren vorbereitet. „Die Räume der Schützenhalle in Oyten sind dafür ideal: Sie sind barrierefrei, verfügen über Sanitäranlagen, abwischbare Böden und einen Saal für den Wartebereich“, sagt Stefan Grund vom Vorstand des DRK Ottersberg. Ein Angebot, das nur mit der nötigen Manpower verwirklicht werden konnte: „Ohne die Ehrenamtlichen hätten wir ein Problem“, sagt der DRK-Vorsitzende Stefan Asendorf.

Während in der Oytener Schützenhalle bis 11 Uhr vormittags schon 160 Terminanfragen eingegangen waren und für den ersten Tag 17 von 20 Zeit-„Slots“ vergeben wurden, waren die Anmeldungen im Ottersberger DRK-Heim noch überschaubar: Dort hatten sich im selben Zeitraum etwa 20 Testwillige gemeldet. „Das muss sich noch herumsprechen“, vermutet der Ottersberger Bürgermeister Tim Willy Weber, der sich am Donnerstag wegen eines beruflichen Termins selbst einem Schnelltest unterzog. Den Abstrich nahm Oliver Meyer, hauptamtlicher DRK-Rettungsdienstler sowie ehrenamtlich im DRK tätig. „Ich mache mit, um zu helfen, dass wieder ein bisschen Normalität in unser Leben reinkommt. Das werden die Kollegen auch so einschätzen.“

Im Testzentrum beim DRK Ottersberg: Der DRK-Ehrenamtliche Oliver Meyer macht bei Bürgermeister Tim Willy Weber einen Nasenabstrich.

In Oyten wären theoretisch 72 Tests pro Tag möglich – wenn das Personal ausreichen würde. Zurzeit betätigen sich dreimal wöchentlich vormittags Angestellte der Flora-Apotheke als Tester, die restliche Zeit rund 20 Ehrenamtliche vom DRK Ottersberg. In Ottersberg könnten laut Asendorf pro Stunde 12 bis 15 Leute getestet werden. Das DRK sucht aktuell weitere Tester – ehrenamtlich, in Teilzeit oder als Minijob. Wer Interesse hat, richtet seine Bewerbung an ctz-verwaltung@drk-ottersberg.de.

Im Gespräch mit Arztpraxen und Apotheken war in Oyten und Ottersberg schnell klar, dass die bisherigen Anlaufstellen auf Dauer nicht reichen würden, um die Nachfrage zu decken. Nicht nur der Familienbesuch zu Ostern, auch andere Aktivitäten könnten bald durch eine gute Test-Infrastruktur ermöglicht werden: „Es wäre total toll, wenn man mit einem negativen Testergebnis bald in der Außengastronomie ein Schnitzel oder Eis essen gehen könnte. Nur das“, sagt Oytens Bürgermeisterin Sandra Röse. „Ich denke, dass uns das Schnelltesten den ganzen Sommer begleiten wird“, fügt Fachbereichsleiter Daniel Moos hinzu. „Die Nachfrage wird steigen“, ist sich auch Bürgermeister Weber sicher. „Und dann haben wir bereits Erfahrungen gesammelt. Ich bin froh, dass wir diesen Weg gehen.“

Bislang werde das (negative) Testergebnis noch schriftlich ausgehändigt, „aber wir arbeiten an einer online-basierten Lösung“, sagt Moos. Das gelte auch für die künftige Terminvergabe. Ob und wie später eine elektronische Datenübermittlung, etwa die App Luca, bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen könne, liege in der Entscheidungsgewalt der Landesregierung. Die Gemeinden könnten nur beim Aufbau der Strukturen helfen. Laut Stefan Grund bietet das DRK Achim schon mobile Tests an, und es bestehen Planungen für Testzentren in Verden und Baden.

Für den Abstrich wird das Teststäbchen übrigens nur in den vorderen Nasenbereich eingeführt, sodass der Vorgang weniger unangenehm ist als der herkömmliche PCR-Test beim Arzt. Nach 15 Minuten liegt das Ergebnis vor. „Damit ist man auf jeden Fall für die nächsten sechs bis acht Stunden sicher“, sagt der DRK-Vorsitzende Stefan Asendorf.

Sollte ein Test doch positiv ausfallen, informiert das Testzentrum das Gesundheitsamt und schickt den Patienten umgehend zum Testen beim Hausarzt. Danach sollte das Ergebnis in häuslicher Quarantäne abgewartet werden.

Testen nur mit Anmeldung

Die Testzentren in Oyten und Ottersberg sind Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie Samstag von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Einmal wöchentlich kann sich jeder mit Wohnsitz in Deutschland kostenlos testen lassen. Man sollte sich aber zuvor anmelden und symptomfrei zum Testtermin erscheinen.

Anmeldung

Oyten: Telefon 04207 / 914052 (montags bis donnerstags jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, freitags von 9 bis 12 Uhr)

Ottersberg: Telefon 04205 / 3170-0 oder 3170-12 (montags bis freitags 8.30 bis 12.30 Uhr, dienstags 14 bis 17 Uhr und donnerstags 14 bis 18 Uhr)

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Wohin mit dem Atommüll?

Wohin mit dem Atommüll?

Wohin mit dem Atommüll?
US-Car-Treffen in Wulmstorf zieht zahlreiche Besucher an

US-Car-Treffen in Wulmstorf zieht zahlreiche Besucher an

US-Car-Treffen in Wulmstorf zieht zahlreiche Besucher an
Landkreis Verden macht Dampf

Landkreis Verden macht Dampf

Landkreis Verden macht Dampf
Lilly und Dr. Pepper suchen was Seriöses

Lilly und Dr. Pepper suchen was Seriöses

Lilly und Dr. Pepper suchen was Seriöses

Kommentare