Sagehorner Grundschule richtet für ihre Kinder zehn Haltestellen als Treffpunkte ein

Zusammen zu Fuß zur Schule

 Startschuss für den Sagehorner Schulexpress
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Gaben den Startschuss für den Sagehorner Schulexpress: (v.l.) Grundschulleiterin Antje Hugendick, Projekterfinderin Verena Nölle aus Bremen, Katrin Kiesche-Bade, Lehrerin und Projektkoordinatorin an der Grundschule Sagehorn, sowie Oytens Bürgermeisterin Sandra Röse.

Sagehorn – Für eine autofreie Schule und aktive Kinder hat die Sagehorner Grundschule diese Woche den Schulexpress zum Laufen gebracht: In ihrem Einzugsgebiet hat die Schule zehn Haltestellen eingerichtet, die maximal eine Viertelstunde Fußweg entfernt liegen und an denen sich Kinder treffen können, um zusammen zur Schule zu gehen oder mit dem Roller zu fahren – und nachmittags retour.

Der Startschuss für den Schulexpress war verbunden mit einem Verkehrsprojekttag. Neben dem Ablaufen der zehn Haltestellen konnten sich die rund 250 Grundschulkinder unter anderem auf einem Rollerparcours und in einer Fahrradflickwerkstatt ausprobieren.

Zur Einweihung des Schulexpresses begrüßte Rektorin Antje Hugendick neben Bürgermeisterin Sandra Röse auch Verena Nölle. Die Bremerin hat vor 17 Jahren mit einer Elterninitiative das Modell Schulexpress erfunden: „Binnen kürzester Zeit hatten wir den Autoverkehr um die Schule reduziert und die Kinder hatten Bewegung an der frischen Luft.“ Inzwischen haben Nölle zufolge mehr als 160 Schulen im norddeutschen Raum die Idee aufgegriffen und den Schulexpress eingeführt.

In Sagehorn ist das Projekt der nächste Schritt zu einer autofreien Schule, nachdem die Gemeinde die Flut von Elterntaxis auf der Pestalozzistraße bereits durch Schrankenanlagen eingedämmt hat. In der Folge hofft Bürgermeisterin Röse nun, „dass viele Kinder das Angebot nutzen, gemeinsam zur Schule zu laufen“. Projektkoordinatorin an der Grundschule Sagehorn ist Lehrerin Katrin Kiesche-Bade, die die Einführung des Schulexpresses in Zusammenarbeit mit Verena Nölle und der Gemeindeverwaltung vorbereitet und mit dem Kollegium abgestimmt hat. „Das war ein sehr aufwendiger Prozess“, unterstreicht Rektorin Hugendick. Finanziell hätten viele Sponsoren das Projekt möglich gemacht, darunter die Oytener Unternehmen Doyma, Daisy’s Diner und Flora-Apotheke sowie Kreissparkasse, Volksbank, Achimer Stadtwerke und der Förderverein der Grundschule Sagehorn.

Die zehn Haltestellen des Schulexpresses sollen unter dem Motto „Stehen, sehen, miteinander gehen“ nicht nur Jungen und Mädchen aus einem Wohngebiet als Sammelpunkt dienen, sondern können auch als Elternhaltestellen genutzt werden: Wenn der Schulweg insgesamt zu lang für einen Fußmarsch ist, können Eltern ihre Kinder bis zu einer der Schulexpress-Stationen fahren und sie laufen dann den restlichen Weg zur Schule zusammen mit anderen.

Die Vorteile liegen für die Initiatorinnen auf der Hand: „Die Kinder bekommen vor und nach der Schule Bewegung und tanken Sauerstoff – sie sind ausgeglichener, konzentrierter, robuster und insgesamt aktiver.“ Zu Fuß unterwegs zu sein, fördere die motorische und geistige Entwicklung, und beim gemeinsamen Gehen ließen sich Freundschaften knüpfen und vertiefen. Und: „Ein Schulweg, den Kinder allein zurücklegen, fördert ihr Selbstbewusstsein und dient als praktische Verkehrserziehung.“ Nicht zuletzt werde durch gesparte Autokilometer die Umwelt entlastet: „Da können wir Vorbilder unserer Kinder sein.“  

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